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US-Bürgerrechtler der EFF kämpfen weiter gegen DRM im Web-Browser

Nachdem alle gängigen Browser "Encrypted Media Extensions" unterstützen, will die Electronic Frontier Foundation durch einen DRM-Nichtangriffspakt im W3C den Schaden eingrenzen.

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US-Bürgerrechtler der EFF kämpfen weiter gegen DRM im Web-Browser

(Bild: eff.org)

"We lost" – so fasst der Autor und Aktivist der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) Cory Doctorow den Kampf gegen Kopierschutz (DRM) in freien Webstandards zusammen. Nach hitzigen Diskussionen im Standardisierungsgremium W3C sind die Encrypted Media Extensions (EME), eine Schnittstelle zu DRM-Erweiterungen, in allen gängigen Browsern angekommen.

Nun kämpft die EFF dafür, den Schaden wenigstens einzudämmen: Die im W3C vertretenen Organisationen sollen sich verpflichten, keine Sicherheitsforscher zu verklagen, die auf Bugs in DRM-Systemen hinweisen oder Software entwickeln, die diese implementiert. Die EFF konnte durch eine Abstimmung erwirken, dass ihr mit erschreckenden Beispielen belegter Vorschlag für einen DRM-Nichtangriffspakt der W3C-Leitung um Tim Berners-Lee und Jeff Jaffe zur Entscheidung vorgelegt wird.

Aus Sicht der Inhalteanbieter zählte DRM zu den wichtigsten verbliebenen Vorteilen von Browser-Plugins wie Flash und Silverlight. Mit dem allmählichen Verschwinden dieser proprietären Techniken aus dem Web wurde zunehmend ein Ersatz in den offenen Standards gefordert – was unter anderem die EFF und die Free Software Foundation vehement ablehnen, da sie durch DRM Interoperabilität und Sicherheit bedroht sehen. Andererseits werden auf diese Weise zusätzliche Angebote im Web ohne Plugin zugänglich. (Herbert Braun) / (anw)

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