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US-Bundesstaat New York hofft weiter auf AMD-Chipfabrik

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Der demokratische Senator Charles E. "Chuck" Schumer besuchte am gestrigen Dienstag erstmals den im Aufbau befindlichen Luther Forest Technology Campus bei Albany im US-Bundesstaat New York. Wie mehrere US-Medien berichten, hatte der Senator wenige Tage zuvor mit dem AMD-CEO Hector Ruiz gesprochen und sich bei seinem Besuch in Luther Forest sehr zuversichtlich über den geplanten Bau einer AMD-Chipfabrik (Fab) geäußert. Konkrete Entscheidungen verkündeten aber weder Schumer noch mehrere AMD-Specher, die von US-Medien zitiert werden, etwa von der Business Review Albany oder von Fox23 News.

AMD hat noch bis Juli 2009 Zeit für eine Entscheidung über den Bau einer Fab auf dem Gelände in der Nähe des Ortes Malta, die dann 2011 oder 2012 den Betrieb aufnehmen könnte. Der Standort bietet den Vorteil der Nähe zum Albany NanoTech Complex und zum IBM-Werk East Fishkill, wo etwa die meisten Aktivitäten der IBM Alliance stattfinden und auch die Fertigungstechnik-Kooperation zwischen AMD und IBM angesiedelt ist. Der Staat New York fördert die Ansiedelung von Technologieunternehmen; von den 3,2 Milliarden US-Dollar, die die neue AMD-Fab insgesamt kosten soll, könnten rund 650 Millionen US-Dollar aus Fördertöpfen kommen.

Nicht nur im US-Bundesstaat New York gibt es Befürchtungen, dass AMD angesichts der enormen Verluste der letzten Zeit nicht die finanzielle Kraft für die anstehenden Investitionen hat. Konkret äußert sich das AMD-Management zu seinen Plänen in Bezug auf die Fertigung nicht, was Spekulationen befeuert, etwa über eine stärkere Auslagerung der Chip-Fertigung an Auftragsfertiger oder die Einbindung anderer Chip-Produzenten in das Projekt Luther Forest. AMD verfolgt bei der Chip-Produktion eine bisher nur sehr schwammig umrissene "Asset-Light"-Strategie; ob damit mehr gemeint ist als das eigentlich selbstverständliche Ziel, mit möglichst geringer Kapitalbindung möglichst effizient zu fertigen, ist unklar. Weil AMD in Bezug auf Asset Light und konkrete Marktziele viele Fragen (anscheinend bewusst) offenlässt, gibt es auch immer wieder Spekulationen über eine Übernahme von AMD durch verschiedene andere Chipfirmen, etwa IBM oder Nvidia, sowie über weitere Umstrukturierungen.

Mit Hans Mosesmann von der Finanzberaterfirma Raymond James hat sich nun ein weiterer Analyst sehr kritisch über AMD geäußert. Er bezweifelt, dass AMD noch mit dem Moore'schen Gesetz Schritt hält. Seiner Ansicht nach hat AMD die aktuelle 65-Nanometer-Fertigungstechnik bisher nicht richtig in den Griff bekommen, weshalb er auch Zweifel hat, ob AMD die erhofften Vorteile der für das zweite Halbjahr 2008 angekündigten 45-nm-Fertigungstechnik ausschöpfen kann. (ciw)