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US-Energieversorger diskutieren Pannen bei Smart-Meter-Einführung

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Die erste Diskussionsrunde auf der Energieversorger-Konferenz KEMA Utility of the Future 2010 stand unter dem Motto "Avoiding customer backlash", also: Wie vermeidet man Widerstände von Kunden, in diesem Fall gegen die Installation intelligenter Stromzähler, sogenannter Smart Meters. Nach dem Austausch alter Stromzähler gegen die neuen Messgeräte, die den Energiebedarf eigentlich transparenter machen und Kunden zur Sparsamkeit motivieren sollen, hat es in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Texas Proteste und auch ein Gerichtsverfahren gegeben. Die starke Ablehnung der intelligenten Stromzähler, die eine wichtige Komponente beim Umbau der altmodischen Stromnetze zu Smart Grids mit einer Advanced Metering Infrastructure (AMI) sind, scheint die Energieversorger kalt erwischt zu haben.

Auslöser der Klagen waren überraschend hohe Stromrechnungen nach dem Austausch der alten Zähler, die im Einzelfall aber möglicherweise wegen Ablesefehlern oder ungewöhnlich kalter Witterung gestiegen waren. Allerdings ist klar, dass trotz aller Fördermittel im Wesentlichen die Energieverbraucher die milliardenteure Umrüstung der Energienetze bezahlen werden. Zwar versprechen die Energieversorger ihren Kunden Einsparmöglichkeiten, etwa durch variable Tarife, doch ist das in der Praxis ohne Komforteinbußen oder weitere Investitionen realisierbare Sparpotenzial oft gering.

Marktforscher und Kritiker der Energieversorger diagnostizieren bei diesen oft alteingesessenen Firmen erheblichen Nachholbedarf in Bezug auf Kommunikation und Marketing. Eine von der Firma Telus bezahlte Studie von IDC Energy Insights sieht die meisten Energieversorger völlig unvorbereitet auf den wachsenden Kommunikationsbedarf der mit intelligenten Stromzählern ausgerüsteten Kunden. (ciw)