US-Exportlizenz für revolutionäres Kryptoverfahren

Foolproof Systems darf das besonders einfache und extrem sichere Verschlüsselungsverfahren rot-156 nun auch nach Europa exportieren.

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Die US-Softwareschmiede Foolproof Systems hat von den zuständigen US-Behörden eine Lizenz für den Export starker Kryptographie erhalten. Nachdem diese Genehmigung erteilt wurde, will die Firma "in wenigen Wochen" ihr Verschlüsselungsprogramm rot-156 auch in Europa anbieten. Bislang durfte Foolproof Systems nur die Sonderversion rot-FL (financial level) an Banken und Kreditinstitute liefern.

Pete N. Sziffa von Foolproof freut sich über die neuen Möglichkeiten, nun auch den Endkundenmarkt zu erschließen: "Ohne die Genehmigung hätten wir nur die Minimalversion rot-26 liefern dürfen, die keine ausreichende Sicherheit bietet." Anders soll das bei rot-156 sein. Wie viele andere Verschlüsselungsverfahren soll es rundenweise arbeiten. Durch die sechsfache Iteration des vergleichsweise einfachen Basis-Algorithmus will Foolproof eine hohe Sicherheit Gewähr leisten. Bislang ist der rot-156-Algorithmus allerdings noch nicht offen gelegt: "Wir müssen zunächst einen umfassenden Patentschutz auch in Europa erreichen", meinte Sziffa.

Grund für die Zurückhaltung ist die revolutionäre Einfachheit des Verfahrens, das jederman auch ohne Computerhilfe die Ver- und Entschlüsselung von Nachrichten ermöglichen soll. rot-156 ist ein so genanntes involutorisches Verfahren, bei dem dieselbe Routine zur Ver- und Entschlüsselung dient. Jeder Lizenznehmenr musste bislang eine strenge Schweigeverpflichtung (NDA, Non-Disclosure Agreement) abgeben; somit liegen bislang auch keine Kommentare unabhängiger Fachleute zu dem Verfahren vor.

Vor Kinderkrankheiten hat der Anbieter trotzdem keine Angst: "Das Produkt ist ja nicht neu, wir werden demnächst Version 1.4 in Europa verbreiten", erklärt Sziffa. Zur Sicherheit seines Produkts meint der Chef von Foolproof: "Das Chiffrat, also das Ergebnis der Verschlüsselung, ist hundertprozentig natürliche Sprache. Die Klartextzeichen werden durch die hypersymmetrische rot-156-Verschlüsselung derart bearbeitet, dass sie wiederum einen sinnvollen Text ergeben. Wer versucht, darin einen anders lautende Geheimbotschaft zu finden, wird scheitern, Alles, was auf eine verschlüsselte Nachricht hindeutet, sind Protokollinformationen, beispielsweise im Header einer E-Mail. Insofern hat rot-156 sogar steganographische Aspekte." (nl) (jk)