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US-Finanzminister wirft Amazon Zerstörung des Einzelhandels vor

Das US-Justizministerium will den großen Digitalkonzernen auf die Finger schauen. Finanzminister Steven Mnuchin setzt mit harten Worten nach.

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(Bild: Michael Vi/Shutterstock.com)

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US-Finanzminister Steven Mnuchin hat den weltgrößten Online-Händler Amazon mit scharfen Worten kritisiert. "Sie haben den Einzelhandel in den Vereinigten Staaten zerstört", sagte Mnuchin am Mittwoch mit Blick auf Amazon im Finanzsender CNBC. Es bestehe deshalb kein Zweifel, dass der Konzern den Wettbewerb eingeschränkt habe. Insofern sei es gut, dass die US-Regierung der Frage nachgehe, ob große Online-Plattformen dem Wettbewerb schadeten.

Amazon verteidigte sich gegen die Anschuldigungen: Kleine und mittlere Unternehmen würden vielmehr dank des Onlinehändlers prosperieren. 58 Prozent der Verkäufe physischer Waren über Amazon stammten von unabhängigen Händlern, die die Plattform für sich nutzten, erklärte das Unternehmen gegenüber CNBC. Amazon mache weltweit weniger als ein Prozent des gesamten Einzelhandels aus – und weniger als 4 Prozent des US-Einzelhandels. 90 Prozent des Geschäfts finde nach wie vor in physischen Läden statt.

Am Dienstag hatte das Justizministerium eine entsprechende Untersuchung angekündigt. Es gehe darum, wie die Plattformen ihre Marktmacht erreicht hätten und ob sie Innovationen gebremst und Verbrauchern geschadet hätten. Namen von Unternehmen nannte das Ministerium zunächst zwar nicht. Aber aus den erwähnten Bereichen – Websuche, soziale Medien, Online-Einzelhandel – wird klar, dass es zumindest um Google, Facebook und Amazon gehen dürfte. (axk)