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Technology Review

US-Forscher untersuchen Vertrauensseligkeit im Netz

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Fast alle Webseiten möchten heutzutage Daten von uns haben. Viele stellen direkte Fragen, um, wie es gerne heißt, unseren Bedürfnissen noch besser gerecht werden oder unsere interessante Meinung als Nutzer und Konsument erhalten zu können. Wieviel wir über uns preisgeben, hängt dabei nicht unwesentlich davon ab, ob eine Seite seriös oder dubios wirkt – sollte man meinen. Forscher der Carnegie Mellon University (CMU) haben das Auskunftverhalten nun genauer untersucht und sind dabei zu einem paradoxen Ergebnis gekommen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Nutzer vertrauen weniger professionellen Seiten mehr Informationen an. Dabei spielt die konkrete Fragestellung eine wichtige Rolle,

Sollte sich dieser Befund erhärten, hätte er Konsequenzen für den Umgang mit der Privatsphäre der Nutzer, sagt Alessandro Acquisti, Professor für Informationstechnik und Politik an der CMU. Marktforscher könnten ihre Strategie ändern, um Nutzer persönliche Informationen zu entlocken. Datenschützer müssten andererseits neu darüber nachdenken, wie ein Missbrauch der Online-Privatsphäre wirksamer zu unterbinden ist.

Die CMU-Forscher entwickelten verschiedene Verfahren, um zu analysieren, was Nutzer dazu bringt, persönliche Informationen in den Browser einzutippen. „Besonders interessierte uns die Gegenüberstellung von dem, was Nutzer sich hinsichtlich Datenschutz wünschen, und dem, was sie dann online tatsächlich machen“, erläutert Acquisti. Die erste der drei Testseiten war mit einem offiziell wirkenden Logo, sachlichen Schrifttypen und beruhigenden Farben gestaltet. Die zweite Seite war möglichst neutral gehalten, während die dritte grelle Farben, verspielte Schriftarten und ein Comic-haftes Teufelslogo hatte. Erstaunlicherweise räumten die Probanden auf der dritten Seite fast doppelt so häufig wie auf den beiden anderen „unerlaubtes“ oder „sozial fragwürdiges“ Verhalten ein.

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(bsc)