US-Forscher wollen Smartphone-Gewohnheiten exakt erfassen

Ein "Human Screenome Project" soll genau herausfinden, wie Menschen Digitaltechnik nutzen – um zu erfahren welche Auswirkungen sie wirklich hat.

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(Bild: Unsplash)

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Das "Human Genome Project" zur Erforschung der menschlichen Genetik hat viele neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Erbinformationen und Krankheiten gebracht. Auf ähnliche Weise wollen US-Forscher jetzt in einem "Human Screenome Project" exakte Daten zur Smartphone-Nutzung sammeln, um auf dieser Grundlage neue Erkenntnisse über ihren Zusammenhang mit gesellschaftlichen Problemen zu gewinnen. Das berichtet Technology Review online.

Dazu wollen die Forscher um Byron Reeves von der Stanford University eine Technik nutzen, die zunächst abschreckend wirkt: Hintergrund-Software, die alle fünf Sekunden einen Screenshot des Smartphones von Teilnehmern macht, wenn es aktiviert ist. In einem Fachaufsatz beschreibt das Team zwei 14 Jahre alte Jungen, die beide in derselben Stadt in Nordkalifornien leben. Von der reinen Länge her könnte ihre Smartphone-Nutzung exakt gleich erscheinen, doch die tiefere Screenom-Analyse zeigte Unterschiede. Der eine Junge hatte 186 Sitzungen von je einer Minute Länge, der andere nur 26 Sitzungen am Tag, die aber jeweils drei Minuten dauerten. Der erste verbrachte viel Zeit mit Nachrichten auf Snapchat und Instagram, der zweite einen großen Teil mit YouTube-Videos und dem Erstellen von Screenshots von Lebensmitteln.

Das Team hält für wichtig, solche konkreten Sequenzen von Smartphone-Aktivitäten zu identifizieren. Nur so sei zu verstehen, wie Menschen ihre Digitalgeräte tatsächlich nutzen, um zu kommunizieren und ihr Offline-Leben zu organisieren. "Es geht darum, wie Menschen Fragmente verbinden, die nicht zusammenzuhängen scheinen", erklärt Reeves. "Sie können erst die Beiträge ihrer Facebook-Freunde lesen, dann Nachrichten zur Präsidentschaftswahl und dann Online-Banking machen – alles in derselben Minute. Das hat nicht viel mit der Gesamtzeit zu tun, die man damit verbringt."

Mehr dazu auf Technology Review online:

(jle)