US-Gesetzesentwurf will staatliche Open-Access-Publikationen streichen

Bürgerrechtler, Steuerzahlervereine und Bibliotheksverbände protestieren gegen den Vorstoß des Demokraten John Conyers, eine Auflage zum kostenfreien Publizieren von Forschungsergebnissen rückgängig zu machen.

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Von
  • Stefan Krempl

Bürgerrechtler, Steuerzahlervereine und Bibliotheksverbände in den USA protestieren gegen den Vorstoß des Demokraten John Conyers, eine Auflage zum kostenfreien Publizieren staatlicher Forschungsergebnisse rückgängig zu machen. Der von dem Abgeordneten Anfang Februar in das US-Repräsentantenhaus eingebrachte Gesetzesentwurf für einen "Fair Copyright in Research Works Act" will eine Verpflichtung für Forscher streichen, die Förderung von den National Institutes of Health erhalten, ihre Studien innerhalb von zwölf Monaten gemäß dem Open-Access-Prinzip kostenfrei zu veröffentlichen.

Das Vorhaben trifft auf breiter Front auf Widerstand. Der Informationsrechtler James Boyle etwa lobte die nun auf dem Prüfstand stehende Bestimmung gerade in höchsten Tönen, da sie Patienten die Möglichkeit an die Hand gebe, auch anhand der gratis verfügbaren Studien des wichtigsten biomedizinischen US-Forschungsinstituts wichtige medizinische Entscheidungen zu treffen.

Unter anderem die Electronic Frontier Foundation (EFF), die Alliance for Taxpayer Access, die American Library Association, die Scholarly Publishing & Academic Resources Coalitions (SPARC) sowie 33 US-Nobelpreisträger brechen ebenfalls eine Lanze für den Erhalt der bestehenden Regelung. Ein offener Zugang zu Forschung nutzt ihrer Ansicht nach Wissenschaftlern und Bürgern in gleicher Weise. Der von Conyers propagierte Ansatz helfe dagegen höchstens einer Handvoll Wissenschaftsverlagen, ein paar mehr Dollar aus den bereits mit öffentlichen Geldern bezahlten Studien zu pressen. Dabei lasse die Jahresfrist zur Open-Access-Veröffentlichung auf Abonnements beruhenden Fachzeitschriften genügend Raum, mögliche Zusatzinvestitionen in ihre Erstpublikationen wieder hereinzubekommen. (Stefan Krempl) / (jk)