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US-Investor George Soros zweifelt Bitcoin als Währung an

Ist Bitcoin eine Währung oder nicht? Für den milliardenschweren Investor George Soros steht fest: Nein, und er schiebt hinterher, dass der Hype um den Bitcoin eine große Blase sei.

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(Bild: George Soros 2015 bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Munich_Security_Conference_2015_by_Olaf_Kosinsky-164.jpg:Bild: Olaf Kosinsky/CC By-SA-3.0 https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9096884)

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US-Investor und Multimilliardär George Soros hat am Rande des laufenden Weltwirtschaftgipfels in Davos den Bitcoin kritisiert. Der Bitcoin sei für ihn keine Währung, weil er zu instabil sei. Die hohen Kursschwankungen von bis zu 25 Prozent am Tag machten ihn als Währung untauglich, Löhne, Waren oder Dienstleistungen könnten damit nicht bezahlt werden. Deshalb diene der Bitcoin lediglich der reinen Spekulation.

Für Soros ist der Hype um den Bitcoin eine riesige Blase. Er verwies auf die niederländische Tulpenmanie im 17. Jahrhundert. Dort hatten sich Tulpenzwiebeln vom anfänglichen Liebhaberstück zum Spekulationsobjekt entwickelt und wurden zu astronomischen Preisen gehandelt. Nach wenigen Jahren platzte die Blase und ruinierte viele Investoren.

Soros rechnet allerdings nicht damit, dass der Bitcoin einen abrupten Niedergang erleben wird. Vielmehr sehe er einen langsamen Verfall, wie er bereits jetzt sichtbar sei. Der Bitcoin hatte in den vergangenen Wochen stark an Wert eingebüßt; er werde aber wohl nicht sofort ins Bodenlose fallen, da er bei Diktatoren beliebt sei, um damit Gelder zu verschieben, meinte Soros. Die dem Bitcoin zugrundeliegende Blockchain-Technik hält er dagegen für geeignet, viele Bankgeschäfte effizienter zu machen.

US-Star-Ökonom Robert Shiller sieht die Zukunft des Bitcoin deutlich skeptischer und warnte jüngst vor einem totalen Crash. Bundesbank-Vorstandsmitglied Joachim Wuermeling sprach sich dafür aus, den Bitcoin gesetzlich zu regulieren.

Der 87-jährige George Soros gilt als Schwergewicht im weltweiten Finanzgeschäft und hat sich einen Namen als Verwalter von Investment-Fonds und Kenner von Währungssystemen gemacht. Soros hatte Anfang der 90er-Jahre durch Hedgefond-Spekulationen Einnahmen von mehr als einer Milliarde US-Dollar an einem einzigen Tag erzielt. Dabei hatte er auf die Abwertung des Britischen Pfunds am Black Wednesday im September 1992 spekuliert. (olb)