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US-Justizministerium präsentiert neuen Zeugen im Oracle-Prozess

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Das US-Justizministerium hat im Kartellprozess um die feindliche 7,7 Milliarden-Dollar-Übernahmeofferte Oracles gegenüber seinem Konkurrenten Peoplesoft die Aussage von Microsoft Vice President Orlando Ayala auf Video vorgelegt. Ayala schloss sich der Argumentation der bisher befragten Microsoft-Manager an, die besagt, dass Microsoft kein Player auf dem Markt für Business-Sofware sei und keine Ambitionen habe dort einzusteigen. Die Frage nach den Marktteilnehmern ist zu einer zentralen in dem Verfahren geworden.

Oracle vertritt eine weite Definition, wonach sich auf dem Markt für Business-Software auch viele kleinere Firmen tummeln. Das Justizministerium versucht demgegegnüber, sich mit einer engeren Definition durchzusetzen. Danach haben die drei großen Konzerne den Markt unter sich aufgeteilt. Eine Übernahme von Peoplesoft durch Oracle würde dann die Marktdominanz des Datenbankherstellers zementieren.

Oracle legt dagegen eine Mail von Anfang Juni 2003 vor, die Bill Gates an Microsoft-CEO Steve Ballmer geschrieben hatte. In dieser schlug er eine Beteiligung an Peoplesoft vor. Doch Ayala winkte ab: "Da waren die Augen größer als der Hunger", sagte er. Einen ernsthaften Versuch der Übernahme habe es nie gegeben. Diese Sichtweise unterstützt auch Peoplesoft-Sprecher Steve Swasey. US-Medien zitieren ihn mit der Aussage, dass Microsoft seiner Firma niemals ein Investment vorgeschlagen habe.

In dem Verfahren gegen Oracle versucht das US-amerikanische Bundesjustizministerium mit Unterstützung von mehreren US-Bundesstaaten, die Peoplesoft-Übernahme aus Wettbewerbsgründen zu verhindern. PeopleSoft hatte seinerseits sämtliche Oracle-Kaufangebote als unzureichend und wettbewerbswidrig abgelehnt. (tol)