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US-Militärs beflügeln Blackberry-Aktie

Ein Vertrauensbeweis der US-Streitkräfte sowie eine ungesicherte Wandelanleihe haben die Blackberry-Aktie an zwei Handelstagen in Folge deutlich steigen lassen. Das Wertpapier legte um mehr als 15 Prozent zu.

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Die Defense Information Systems Agency (DISA), eine IT-Abteilung der US-Streitkräfte, hat am Montag über ein neues Programm für mobile Verarbeitung nichtgeheimer Daten informiert. Ab Monatsende wird Version 1.0 des Unclassified Mobility Capability Program begonnen. Bis Jahresende soll es bis zu 100.000 Nutzer unterstützen.

Die derzeitige Betaversion unterstützt 80.000 Blackberry-Handys und 1800 Tablets und Handys, die unter Android oder iOS laufen. Zwar kauft das US-Militär nicht – wie teilweise irrtümlich berichtet – auf einen Schlag 80.000 neue Blackberry. Aber der Umstand, dass ein neues Programm zu fast 98 Prozent auf die kanadischen Geräte setzt, wurde an der Börse als starker Vertrauensbeweis interpretiert.

Im Montagshandel in Toronto legte die Blackberry-Aktie im Verlauf bis zu 16,2 Prozent zu und ging schließlich mit einem Plus von 8,2 Prozent aus dem Handel. Die New Yorker Nasdaq war am Montag wegen des Martin-Luther-King-Feiertags geschlossen. Bereits am Freitag hatte das Papier 6,5 Prozent an Wert gewonnen, nachdem Teilhaber Fairfax Financial eine neue ungesicherte Wandelanleihe über 250 Millionen US-Dollar gezeichnet hatte. Auch diese Finanzspritze ist ein Ausdruck des Vertrauens in eine gedeihliche Zukunft des Unternehmens.

Bereits im November hatte ein Konsortium um Fairfax eine ebenfalls mit 6 Prozent verzinste Wandelanleihe gezeichnet. Damals floss eine Milliarde Dollar an Blackberry. Sollten beide Wandelanleihen in Aktien umgetauscht werden, hätte Fairfax eine deutliche Sperrminorität. Ende September hielt Fairfax knapp 10 Prozent an Blackberry und war damit der mit Abstand größte Aktionär.

Das DISA-Programm soll ab 31. Januar die mobile Verarbeitung nichtgeheimer Daten bei den US-Streitkräften voranbringen. Es umfasst die Verwaltung der zugelassenen Geräte, einen App-Store, Mobilfunkzugang, Militär-Verschlüsselung (PKI) und die mobile Dienste wie E-Mail, globale Adresslisten, einen XMPP-Chat sowie Adobe Connect für Online-Konferenzen.

Der App-Store wird zunächst 16 Apps bereitstellen. Mehr als 90 Weitere werden noch geprüft. Bis spätestens Ende März sollen ein Gateway für den Aufruf nichtgeheimer Webseiten sowie Software zur Bearbeitung von Microsoft Office Dokumenten installiert werden. (anw)