US-Mobilfunker Verizon beschränkt MP3-Nutzung per Handy

Der "V CAST Music Service" startet in den USA auf einzelnen Handys im Carrier-Branding, deren serienmäßiger MP3-Player zugunsten eines Windows-kompatiblen Players entfernt wurde. Der V-CAST-Festnetz-Abruf ist auf Windows-XP-Rechner begrenzt.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

V-CAST-fähiges Handy im Verizon-Branding [Klicken zum Vergrößern].

US-Mobilfunkgigant Verizon Wireless gerät wegen seines Download-Dienstes namens V CAST Music Service noch vor dessen Start am 16. Januar in die Kritik. Der Dienst berge ein "kleines, schmutziges Geheimnis", heißt es in einem Beitrag auf der Blogsite PCS Intel. Gemeint sind Einschränkungen bei der Wiedergabe von MP3-Dateien, wenn sich Nutzer für V CAST entscheiden. V CAST soll potenziell 140 Millionen Nordamerikaner in 171 städtischen Regionen zur Verfügung stehen und wurde während der kürzlich zu Ende gegangenen CES vorgestellt. Zum Start sollen rund eine Million Songs aus den Archiven von Warner Music Group, EMI Music, Universal und Sony BMG sowie von unabhängigen Labels wie The Orchard zum "Double-Download" zur Verfügung stehen.

Wer einen Windows-XP-Rechner besitzt, kann sich mit diesem die Titel zum Stückpreis von 99 US-Cent herunterladen und die Dateien per USB zu einem geeigneten Handy übertragen. Hierzu ist eine spezielle Firmware erforderlich: Zum Start von V CAST stellt Verizon Wireless hierfür einige wenige Endgerätetypen, darunter das LG VX8100 und das Samsung a950, im eigenen Branding zur Verfügung, bei denen der werksmäßige MP3-Player deaktiviert wurde. Direkte Downloads zum Handy berechnet Verizon mit 1,99 US-Dollar pro Song.

Kunden, die eines dieser Handys zu einem früheren Zeitpunkt oder aus einer anderen Quelle erworben haben, sind zu einem Firmware-Update in einem der Verizon-Vertriebspunkte gezwungen, um V CAST nutzen zu können, berichten US-Medien: Verizon Wireless sieht in der Abschaltung des werksseitigen MP3-Players keine Einschränkung des Funktionsumfangs der Handys – vielmehr solle V-CAST-Kunden ein einheitliches Nutzungserlebnis geboten werden, "look and feel" des Dienstes würden bei einer Koexistenz zweier Player in einem Gerät inkonsistent. Im Übrigen könnten Musikfreunde ihre vorhandenen MP3-Dateien für die Wiedergabe auf V-CAST-Handys umwandeln, indem sie die Dateien am PC im Windows-Media-10-Player wiedergeben. Dieser erzeuge automatisch von MP3-Dateien eine Kopie in einem nicht näher genannten, V-CAST-tauglichen Format, ohne dabei die originalen MP3-Files zu verändern. Danach ließen sich die Kopien zum V-CAST-Handy transferieren und mit dem dort vorhandenen Player wiedergeben. Da es vom Windows Media Player 10 jedoch bislang keine Versionen für Apple- oder Linux-Rechner gibt, bleiben deren Besitzer bei dieser Umwandlungsprozedur außen vor, heißt es im Bericht. (ssu)