US-Navy: Nach 2011 wieder ein Supercomputer mit AMD-Prozessoren

Seit 2012 setzte die US-Navy ausschließlich auf Intels Xeon-CPUs – der neue Supercomputer soll Anfang 2021 mit AMDs Epyc-7002-Prozessoren an den Start gehen.

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(Bild: c't)

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Das Defense Supercomputing Resource Center (DSRC) der US Navy lässt einen neuen Supercomputer bauen. Mit einer Rechenleistung von 12,8 PetaFlops gehört das System dieser Jahre zu den eher kleinen Kalibern, trotzdem stellt es ein symbolträchtiges Projekt für Chiphersteller AMD dar: Die US Navy verbaut zum ersten Mal seit 2011 wieder dessen Prozessoren in seinem DSRC. Damals steckten in einem XT5-System von Cray 3180 Opteron-Vierkerner mit einer Rechenleistung von bis zu 122 TeraFlops.

Im neuen Supercomputer werkeln laut Mitteilung ab Anfang 2021 insgesamt 290.304 Zen-2-Rechenkerne. Die genauen Prozessoren verrät das US-Verteidigungsministerium noch nicht – denkbar wären zum Beispiel 4536 Prozessoren mit 64 Kernen wie der Epyc 7702 oder 6048 Einheiten mit 48 Kernen wie der Epyc 7642. Davon stattet das DSRC 112 Nodes mit Nvidias Beschleunigerkarte Tesla V100 aus. Dazu gesellen sich 590 TByte DDR4-RAM und 14 PByte Massenspeicher, darunter 1 PByte mit PCI-Express-SSDs. HPE-Tochter Cray baut den Supercomputer mit seinem Slingshot-Interconnect, der die Nodes mit 200 GBit/s verbindet. Mit einer Rechenleistung von 12,8 PetaFlops würde das DSRC derzeit einen Platz unter den 25 weltweit schnellsten Supercomputern nach der Top500-Liste bekommen.

Der neue Superrechner soll im Stennis Space Center im US-Bundesstaat Mississippi aufgebaut werden, wo die NASA Raketenantriebe testet und die US-Marine mehrere Meereskundeprojekte betreibt. Die Navy will die Rechenleistung für die Meeresforschung und seine Vorhersagesysteme nutzen. Zudem wird der Supercomputer Teil des US-Zusammenschlusses Earth Systems Prediction Capability, welches das globale Wetter untersucht.

Seit 2012 hat die US-Navy neun Supercomputer ausschließlich mit Intel-Prozessoren gebaut. Zuletzt steckten in den Schwestersystemen Koehr und Gaffney jeweils 1440 24-Kerner Xeon Platinum 8168 und je 32 Tesla-P100-Beschleunigerkarten von Nvidia. Beide kommen auf eine gemeinsame Rechenleistung von rund 6 PetaFlops.

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In den älteren Schwestersystemen Conrad und Gordon werkeln je 3200 16-Kerner Xeon E5-2698 v3 von Intel, zusätzlich sind jeweils 168 Nodes mit Xeon-Phi-Beschleunigern ausgestattet (Xeon 5120D Phi mit je 60 Rechenkernen), deren Produktion und Weiterentwicklung Intel Ende 2017 eingestellt hat. Gemeinsam kommen sie auf rund 4 PetaFlops Rechenleistung.

[Update, 24.2.2020, 9:20 Uhr:] Wir schrieben ursprünglich, dass der Navy-Supercomputer von 2011 eine Rechenleistung von 122.000 TeraFlops erreicht hätte. Korrekt sind 122 TeraFlops. (mma)