US-Netzbetreiber sollen für Handel mit Kundendaten büßen

Die US-Regulierungsbehörde will die vier Mobilfunkanbieter des Landes offenbar für Datenschutzverstöße zur Verantwortung ziehen.

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Neben T-Mobile und Sprint will die FCC auch AT&T und Verizon zur Kasse bitten.

(Bild: rblfmr/Shutterstock.com)

Von
  • Volker Briegleb

Den US-Mobilfunknetzbetreibern droht eine saftige Strafe wegen der Weitergabe von ortsbezogenen Kundendaten an Datenhändler. Die für Telekommunikation zuständige US-Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) hat einem US-Medienbericht zufolge die Unternehmen AT&T, T-Mobile, Sprint und Verizon über festgestellte Verstöße und mögliche Bußgelder informiert. Über die Höhe der Bußgelder, die zusammen über 200 Millionen US-Dollar betragen könnten, entscheidet das US-Justizministerium.

Hintergrund ist der schwunghafte Handel mit Positionsdaten von Mobilfunkkunden. Die Netzbetreiber haben bestimmte Daten ihrer Kunden mit Aggregatoren geteilt, die sie dann zum Beispiel an Banken und Zahlungsdienstleister zur Betrugsprävention weiterverkauft haben. Das war weitgehend legal, allerdings soll es auch zur illegalen Weitergabe und Nutzung von persönlichen Daten gekommen sein.

Die FCC hat bei einer Untersuchung der Vorgänge nun offenbar Gesetzesverstöße festgestellt und kündigt Bußgelder an, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Das letzte Wort über die Strafe hat das US-Justizministerium. Die beschuldigten Unternehmen können überdies noch Einspruch einlegen, einen Vergleich mit der Justiz aushandeln oder gegen die Bußgelder vor Gericht ziehen. In den USA ist zudem eine Sammelklage gegen die vier Netzbetreiber anhängig.

Nachdem der Datenhandel 2018 öffentlich bekannt wurde, hatten die Netzbetreiber gegenüber dem US-Kongress versprochen, ihn einzustellen. Doch ist der Datenhandel offenbar zumindest eingeschränkt weitergegangen. Datenhändler verkaufen die Positionsdaten zum Beispiel legal an die Finanzbranche oder Pannendienstleister. Auch Kautionsermittler nutzen die Daten, um verlorene Schäfchen zu finden. Doch wurden die Daten von Abnehmern offenbar auch missbräuchlich genutzt und weiterverkauft. (vbr)