US-Plattenlabels verklagen Satellitenradio

XM Satellite Radio verstößt nach Ansicht einiger US-Plattenfirmen mit dem Angebot eines Geräts, mit dem die Nutzer mitgeschnittene Songs unterwegs hören können, gegen Copyrights.

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Von
  • Andreas Wilkens

Unternehmen der US-amerikanischen Musikindustrie fordern vor einem Bezirksgericht in New York Schadensersatz vom Satellitenradioanbieter XM Satellite Radio. Universal Music, Warner Music, EMI, Sony BMG und andere meinen, mit dem Gerät "Inno" würden Copyrights verletzt. Auf dem von Pioneer hergestellten Gerät lassen sich über XM bezogene Musikstücke abspeichern, in Playlists zusammenstellen und unterwegs anhören. XM-Abonnenten könnten sich auf diese Weise eine große Musiksammlung zusammenstellen und hätten es so nicht nötig, die Musikstücke legal zu erwerben, heißt es laut US-Medien zur Klagebegründung.

Die Plattenlabels wollen die Praxis stoppen und fordern zudem 150.000 US-Dollar für jedes Musikstück, das sich XM-Kunden auf ihr Inno geladen haben. Insgesamt zählt das Satellitenradio 6,5 Millionen Abonnenten und bietet auf seinen 170 Kanälen jeden Monat etwa 160.000 unterschiedliche Lieder an. Die Musikindustrie sieht ihre Ansprüche durch einen Slogan wie "It's not a pod, it's the mothership" für ein Gerät namens Samsung Helix, das XM demnächst verkaufen will, bestätigt. XM drücke dadurch aus, mehr als nur Satellitenradio anzubieten. XM wirft der Musikindustrie laut Wall Street Journal im Gegenzug vor, Innovationen zu bremsen, den Verbrauchern das Angebot und ihr Recht zu beschneiden, Musikstücke für ihren persönlichen Bedarf mitzuschneiden.

Die Diskussion um neue Hardware bei XM oder dem Konkurrenten Sirius dauert seit einigen Monaten an. Sirius hat sich laut Wall Street Journal mit der Musikindustrie darauf geeinigt, für jedes verkaufte Gerät S50, das ähnlich funktioniert wie das Inno, eine Abgabe zu zahlen. Die Vereinbarung umfasst nur das S50, nicht weitere geplante Geräte. XM Satellite Radio Holdings wird derzeit auch noch von einer anderen Seite juristisch bedrängt. Investoren fühlen sich durch angeblich falsche Angaben über die Kosten der Anwerbung neuer Abonnenten geschädigt und haben deshalb eine Sammelklage eingereicht.

Siehe dazu in Telepolis (anw)