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US-Post setzt auf autonome Lieferwagen

Mit autonomen Lieferwagen lasse sich Sprit einsparen, sie brächten mehr Sicherheit und die Postboten könnten produktiver sein, meint der US Postal Service.

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US-Post setzt auf autonome Lieferwagen

(Bild: US Postal Service)

Die US-amerikanische Logistikbehörde Postal Service plant, autonome Lieferwagen einzusetzen. Sie arbeitet mit der University of Michigan zusammen, um zunächst einen Prototyp eines Autonomous Rural Delivery Vehicle (ARDV) – das also für ländliche Gegenden gedacht ist – zu entwickeln. Der soll laut Plan noch in diesem Jahr fertig sein.

Als nächstes soll ein Hersteller gefunden werden für das ARDV, von denen im Jahr 2019 zehn Stück tatsächlich auf dem Land Post ausliefern sollen. In der dritten Phase sollen in den Jahren 2022 bis 2025 insgesamt 28.000 ARDV durch die ländlichen USA fahren.

Die Lieferwagen sollen nicht komplett autonom fahren, der Postbote hinterm Lenkrad soll in möglichen Gefahrensituationen jederzeit eingreifen können. Mit solchen ist auf dem Land weniger zu rechnen als im Stadtverkehr. Also kann der Bote in der Zwischenzeit seine Post sortieren und aushändigen, während sich das System um die Fahrt kümmert.

Die US-Post verspricht sich von autonomen Autos mehr Sicherheit, einen effizienteren Einsatz der Arbeitskräfte und Kosteneinsparungen, da die Gefährte beispielsweise ökonomischer bremsen und beschleunigen würden als Menschen. Da der Spritverbrauch ein Drittel der Kosten für eine Lieferwagen-Flotte ausmache – das waren im Jahr 2016 570 Millionen US-Dollar –, sei eine Einsparung von ein bis zwei Prozent des Brennstoffs nicht unerheblich.

Auf der anderen Seite werden für die US-Post zunächst einmal Investitionen fällig. Dabei verweist die Behörde darauf, dass Assistenzsysteme wie von Honda für 1000 US-Dollar, Teslas Autopilot für 5000 US-Dollar zu haben sind, also nach Meinung der Behörde zu angemessenen Preisen. Vollautonome Autos könnten hingegen zurzeit hunderttausende US-Dollar kosten, allerdings seien die Preise für Lidar und andere Sensoren für autonomes Fahren in den vergangenen Jahren um 90 Prozent gesunken. Falls der Trend so anhalte, könne im Jahr 2025 lediglich ein Betrag um 7000 bis 10000 US-Dollar als Aufschlag für autonome Technik auf den Preis für einen Lieferwagen fällig werden.

Der Prototyp ist dafür gedacht, wichtige Berührungspunkte zwischen Mensch und Maschine zu erkunden, beispielsweise einen Weg, wie der Bote dem Auto signalisieren kann, dass es beschleunigen darf. Das sollte natürlich nicht geschehen, wenn der Arm des Boten gerade in einem Briefkasten steckt, schreibt die US-Post. (anw)

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