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US-Ratingagentur bewertet Kryptowährungen: Note C+ für Bitcoin

Ein "Befriedigend" mit Plus für den Bitcoin – die US-Ratingagentur Weiss hat die Investmenttauglichkeit von Kryptowährungen unter die Lupe genommen. Ethereum schneidet besser ab.

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US-Ratingagentur bewertet Kryptowährungen: Note C+ für Bitcoin

Die US-Ratingagentur Weiss hat ein Rating für Kryptowährungen aufgestellt. Demnach bewertet sie Ethereum mit der Note B, einem „gut“, der Bitcoin muss sich mit einem C+, einem besseren „befriedigend“ zufrieden geben. Die Bestnote A erhielt keine der 74 Kryptowährungen im Rating, das zur Gänze nur für zahlende Kunden verfügbar ist. Faktoren wie Preisentwicklung, technologisches Potenzial, Akzeptanz und Sicherheit seien in die Bewertung eingeflossen. Bewertungen von A oder B seien als Kauf-Tipp zu verstehen, eine C-Note als "Halten“, D und E als „Verkaufen“.

Die eher mittelprächtige Bewertung des Urvaters der aktuellen Kryptowährungen begründet Weiss unter anderem damit, dass der Bitcoin mit langsamer Verarbeitung von Transaktionen und hohen Zahlungsgebühren zu kämpfen habe. Weiterhin habe der Bitcoin Schwächen wie zum Beispiel den hohen Stromverbrauch für Mining. Wäre es nur um Faktoren wie Akzeptanz, Bekanntheit und Sicherheit des Netzwerks gegangen, so hätte es für ein A gereicht. Die Kryptogeldplattform Ethereum weise zwar ähnliche Flaschenhälse auf, verfüge aber über eine höhere Transaktionsgeschwindigkeit und bessere Upgradefähigkeit, daher ein B.

Ähnlich überraschend dürfte auch die Bewertung für die vor allem aufs Bankwesen zielende Währung Ripple und den als Satirewährung gedachten Dogecoin sein – in beiden Fällen ein C. Bei Ripple sorgten Weiss zufolge die wiederholten Preisabstürze für Abstriche, ebenso die starke Zentralisierung und Kontrolle durch die Erschaffer des Coins. So sind nur rund 39 Milliarden der gesamten Geldmenge von 100 Milliarden Ripple in Umlauf, der Rest wird vom Unternehmen dahinter kontrolliert.

Der Dogecoin wiederum überzeuge durch seine hohe Nutzung, die zum Beispiel die Bitcoin-Abspaltung Bitcoin Cash übertrumpfe. Ein Blick auf die Transaktionszahlen beider Währungen lässt diese Einschätzung allerdings zweifelhaft erscheinen.

Die Zahl der Transaktionen von Dogecoin (rot) und Bitcoin Cash (blau) im Vergleich. Eine höhere Nutzung des Dogecoin ist nicht unbedingt erkennbar.

(Bild: Bitinfocharts.com)

Besondere Preisbewegungen ließen sich nach Veröffentlichung des Ratings zunächst nicht beobachten. Bislang hatte sich die Agentur Weiss auch nicht mit Expertise in dem Bereich hervorgetan; in der Kryptogeldszene quittierten viele Beobachter die Bewertungen eher mit Spott und Kopfschütteln oder bezweifelten den Leumund der Agentur, weil die US-Finanzaufsicht SEC 2006 wegen Unregelmäßigkeiten eine Strafe gegen Weiss verhängte.

Abgesehen davon scheint die Ankündigung vor allem in Asiens Coinerszene für Aufregung gesorgt zu haben: Laut Weiss soll es vor Veröffentlichung des Ratings zu DDoS-Versuchen aus Südkorea gegen die Website der Rating-Agentur gekommen sein, zuvor habe es Aufrufe dazu in Social-Media-Kanälen gegeben. (axk)

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