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US-Regierung finanziert soziale Netzwerke in mehreren Ländern

Nicht nur in Kuba hat die US-Regierung ein soziales Netzwerk finanziert, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Wie die "New York Times" nun enthüllt, gab und gibt es solche Projekte gleich in einer ganzen Reihe von Staaten.

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Die US-Regierung hat nicht nur in Kuba ein soziales SMS-Netzwerk angeschoben, sondern auch in Dutzenden weiteren Staaten. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf anonyme Mitarbeiter der US-Regierung. Demnach haben die USA twitter-ähnliche Netzwerke in Afghanistan, Pakistan sowie Kenia finanziert. Dort sollten die Netzwerke angeblich Spannungen zu den Vereinigten Staaten abbauen oder interne Konflikte befrieden. In welchen Ländern es weitere Projekte gab, nennt die US-Zeitung nicht. Während die Netzwerke in Afghanistan und Pakistan aber bereits wieder abgeschaltet wurden, laufe das in Kenia weiter. Geplant seien ähnliche Projekte in Simbabwe und Nigeria.

Anfang April war öffentlich geworden, dass eine US-Behörde mit dem Programm ZunZuneo eine Art "kubanisches Twitter" schaffen wollte, um das Regime in Havanna zu untergraben. Teilweise hätten 40.000 Kubaner das Programm genutzt, das 2012 eingestellt wurde. Organisiert wurde es von der United States Agency for International Development (USAID), einer Behörde für Entwicklungszusammenarbeit.

USAID erklärt öffentlich, hinter "Yes Youth Can" zu stecken.

(Bild: mobilemovement.tv)

Die nun genannten Projekte seien von verschiedenen Behörden finanziert worden. So habe das US-Außenministerium hinter dem Portal namens Humari Awaz oder Our Voices ("Unsere Stimmen") in Pakistan gestanden. Es habe eine Million US-Dollar gekostet und teilweise mehr als eine Million Menschen miteinander verbunden. Im Gegensatz zu dem Projekt in Afghanistan sei bekannt gewesen, dass die USA dafür verantwortlich war. In Kenia wiederum heißt das Netzwerk "Yes Youth Can" und war laut US-Regierung mitverantwortlich dafür, dass die jüngsten Wahlen von 2013 friedlicher waren als die davor. 2007 waren nach der Präsidentschaftswahl mehr als 1500 Menschen in Auseinandersetzungen getötet worden. (mho)