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US-Regierung verzichtet auf Microsoft-Zerschlagung

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Überraschende Wendung im Monopol-Verfahren gegen Microsoft: Die US-Regierung ist heute von ihrer Forderung nach einer Zerschlagung des Software-Konzerns abgerückt. In einem knappen Statement erklärte das US-Justizministerium, es strebe keine Aufspaltung des Unternehmens mehr an. Dieser Schritt sei im Interesse der Verbraucher notwendig. Die Regierung wolle auch ein anhängiges Verfahren fallen lassen, in dem Microsoft der illegalen Kopplung des Internet Explorer mit den Windows-Versionen 95 und 98 beschuldigt wird. Bereits zuvor hatte sich die Regierung gegen eine Neuauflage des Kartellprozesses ausgesprochen.

Ob das Justizministerium gegen Windows XP vorgehen will, ist derzeit noch offen. Allerdings kündigte das Ministerium an, es wolle sich im weiteren Verlauf auf Produkte konzentrieren, die in früheren Prozessen noch keine Rolle gespielt hätten. Die Regierung werde alle "Entwicklungen prüfen", hieß es. Microsoft äußerte sich nicht detailliert zu der Ankündigung des Justizministeriums. "Wir setzen uns weiter dafür ein, die offenen Fragen in dem Fall beizulegen", war lediglich von einem Sprecher zu erfahren.

Das Kartellverfahren liegt derzeit in den Händen von Richterin Colleen Kollar-Kotelly. Ihr war von einem Bundesberufungsgericht die Entscheidung über das Strafmaß gegen Microsoft übertragen worden. Kollar-Kotelly will sich bis zum 21. September mit Vertretern von Microsoft und dem Justizministerium zu einer Bestandsaufnahme treffen. Beide Parteien waren aufgefordert worden, vorab über alle Streitfragen zu informieren und Lösungsvorschläge zu unterbreiten. (em)

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