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US-Regierung will Firefox-Add-on MafiaaFire verschwinden lassen

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Die Mozilla Foundation muss sich derzeit mit einer ungewöhnlichen Anfrage des US-Ministeriums für innere Sicherheit (Department of Homeland Security, DHS) auseinandersetzen. Dieses verlangt von der Entwicklergemeinde, das Firefox-Add-on MafiaaFire Redirector aus dem Sortiment der offiziellen Add-on-Seite herauszunehmen. Die Browser-Erweiterung leitet Abfragen von bestimmten Domains automatisch zu alternativen Domains um.

Offensichtlich handelt es sich hauptsächlich um Domains, die von US-amerikanischen Behörden wegen Urheberrechtsverletzungen konfisziert und deaktiviert wurden. Darunter sind beispielsweise illegale Videostreaming-Portale. Ist das MafiaaFire-Add-on im Browser aktiviert, landet der Surfer eben nicht auf der gesperrten Domain, wenn er sie aufruft, sondern auf einer meist im europäischen Ausland gehosteten Ausweich-Präsenz, wo dann die illegalen Inhalte weiterhin abrufbar sind. Diese Art der Umgehung von Sperren ist dem DHS offenbar ein Dorn im Auge.

Mozilla weigert sich bislang erfolgreich, der Aufforderung des Ministeriums Folge zu leisten. Man reagiere stets auf gültige Gerichtsbeschlüsse, doch ein solcher liege im Fall von MafiaaFire nicht vor, betonte Mozilla-Justiziar Harvey Anderson in seinem Blog. Anderson dokumentierte nun, dass er dem DHS bereits am 19. April einige Nachfragen bezüglich der Aufforderung geschickt hatte.

Insbesondere wollte er vom Ministerium erfahren, ob denn überhaupt ein Gericht die Rechtmäßigkeit des Add-ons bezweifelt habe. Außerdem verlangte er eine Klarstellung darüber, ob die Aufforderung rechtlichen Charakter hat. Nach seinen Angaben hat Mozilla bis heute auf die Nachfragen keine Antwort erhalten. Der Justiziar weist darauf hin, dass es nach Meinung der Mozilla Foundation um fundamentale Fragen wie der nach Zensur und dem offenen Internet geht. (hob)

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