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US-Regierung will zu Open Source verpflichten

Das Weiße Haus hat einen Richtlinienentwurf vorgestellt, wonach künftig speziell angefertigte Programme in der gesamten Verwaltung einsetzbar und zumindest teils im Quelltext unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht werden sollen.

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US-Regierung will Open Source verpflichtend machen

(Bild: Diego Cambiaso, CC BY-SA 2.0 )

Die US-Regierung will mit weiterverwendbarer Software und Open Source Steuergeld sparen. Das "Office of Management and Budget" (OMB) des Weißen Hauses hat dazu Ende vergangener Woche einen Entwurf für eine "Quellcode-Richtlinie" präsentiert. Demnach sollen speziell mit öffentlichen Finanzmitteln entwickelte Computerprogramme prinzipiell in der ganzen Verwaltung – also nicht nur in der Auftragsbehörde – genutzt werden dürfen. Zumindest ein Teil des geschaffenen Codes soll zudem als Open-Source-Software der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Standardprogramme wie Büro-Pakete blieben außen vor.

Während eines Pilotprogramms sollen die abgedeckten Behörden zunächst 20 Prozent des Quellcodes unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlichen, wenn externe Programmierer an der Entwicklung beteiligt sind. Software, die Verwaltungsangestellte im Rahmen ihrer offiziellen Aufgaben schreiben, müsste vollständig unter über eine gesonderte Webseite herausgegeben werden. Ausnahmen sollen insbesondere für Quellcode gelten, der für Systeme entwickelt wird, die der nationalen Sicherheit dienen. Dabei dürfe nicht gegen Exportbeschränkungen verstoßen werden.

Tony Scott, Chief Information Officer (CIO) der US-Regierung, geht davon aus, dass das Vorhaben "Innovationen fördern, Kosten senken und dem Gemeinwohl besser dienen wird". Es solle auch möglich werden, dass Experten den Quelltext überprüfen und verbessern könnten. Nur so sei sicherzustellen, dass die Programme sicher sowie zuverlässig funktionieren und im nationalen Interesse ihren Dienst verrichten. Die Initiative steht laut Scott auch entspreche auch Vorgaben der Regierung zur Technikneutralität und neuen Entwicklungsmodellen der Wirtschaft. Das Weiße Haus ermöglicht es Interessierten zunächst, den Entwurf bis 11. April zu kommentieren, danach soll die Richtlinie beschlossen und in Kraft gesetzt werden. (Stefan Krempl) / (mho)

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