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US-Regulierer geben Facebook grünes Licht für WhatsApp-Übernahme

Die Handelsaufsicht FTC genehmigt zwar den Kauf, mahnt aber auch an, dass sich WhatsApp an Versprechen halten muss.

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Facebook hat von US-Regulierern die Genehmigung für den milliardenschweren Kauf des Kurznachrichtendienstes WhatsApp bekommen. Zugleich mahnte die Handelskommission FTC an, dass die Datenschutz-Versprechen strikt eingehalten werden. Die Unternehmen hatten unter anderem versichert, dass sich nach der Übernahme an dem Umgang mit Nutzer-Daten bei WhatsApp nichts ändern werde.

"Wir wollen deutlich machen, dass WhatsApp diese Versprechen an Verbraucher ungeachtet der Übernahme erfüllen muss", schrieb die FTC. Facebook war von der FTC bereits wegen wechselnder Datenschutz-Bestimmungen ins Visier genommen worden. Das Unternehmen hatte die Ermittlungen 2011 mit Zugeständnissen beenden können. Dabei versprach Facebook unter anderem, Nutzer besser über Änderungen zur Privatsphäre zu informieren und stimmte für 20 Jahre unabhängigen Kontrollen zu.

WhatsApp-Gründer Jan Koum hatte Mitte März im Weblog seines Unternehmens geschrieben, er sei in den 80er Jahren in der UdSSR aufgewachsen. Er könne sich daran erinnern, wie seine Mutter öfters während Telefonaten sagte, "das solltest Du mir lieber persönlich sagen". Der Umstand, das die Kommunikation vom Geheimdienst KGB abgehört werden könne, sei mit ein Grund gewesen, warum seine Familie von der damaligen Sowjetrepublik Ukraine in die USA ausgewandert sei.

WhatsApp hat inzwischen rund 480 Millionen Kunden. Facebook zahlt für den Kurznachrichtendienst insgesamt 19 Milliarden Dollar. Der Übernahme legten US-Verbraucherschützer Steine in den Weg. Sie befürchten, dass nach der Übernahme auch WhatsApp-Kundendaten für mehr Reklame genutzt werden könnten – eine Praktik, für die Facebook schon mehrfach seine Geschäftsbedingungen geändert hat. Sie wandten sich deshalb an die FTC, damit sie prüfe, ob es durch die Übernahme zu "unfairen und täuschenden Geschäftspraktiken" kommen könne.

WhatsApp hat zwar im März seine Privatsphäre-Einstellungen erweitert, die Verschlüsselung der Mitteilungen bieten aber keinen Schutz. Bis zum Sommer will WhatsApp auch einen Sprachdienst anbieten.

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(mit Material der dpa) / (anw)