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US-Richter: Google soll alle Suchenden eines Namens identifizieren

Um bei der Aufklärung eines Betrugsfalls in einer US-amerikanischen Kleinstadt zu helfen, soll Google alle Internetnutzer identifizieren, die Ende 2016 nach einem ganz bestimmten Namen gesucht haben. Betroffen sind nicht nur lokale Nutzer.

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Der US-Suchmaschinenanbieter Google ist von einem Richter im US-Bundesstaat Minnesota dazu verpflichtet worden, alle Personen zu identifizieren, die Ende 2016 nach dem Namen einer ganz bestimmten Person gesucht haben. Das berichtet Ars Technica unter Berufung auf den Journalisten Tony Webster, der das Gerichtsdokument entdeckt hat. Demnach geht es dem Gericht darum, einen Betrug aufzuklären, in dessen Rahmen 28.500 US-Dollar vom Konto eines Mannes aus der Kleinstadt Edina abgehoben wurden. Dazu hatte der Betrüger einen gefälschten Pass benutzt.

Teil dieses Passes war demnach ein Foto des Betrugsopfers, das dem Gericht zufolge nur eine Bildersuche auf Google zutage fördert, nicht Yahoo oder Bing. Deswegen sei anzunehmen, dass der Betrüger auf diesem Weg an das Bild gelangt sei. Um ihn zu finden, müsse Google deshalb jede vorhandene beziehungsweise alle Informationen zu Personen herausgeben, die zwischen dem 1. Dezember 2016 und dem 7. Januar 2017 nach diesem Namen gesucht haben – darunter "Name(n), Adresse(n), Telefonnummer(n), Geburtstag(e), Sozialversicherungsnummer(n), E-Mail-Adresse(n) [...] IP- sowie MAC-Adresse(n)".

Dass es nur um jene in und um Edina gehe, sei eine Standardklausel, die nicht bedeute, dass Google nur jene identifizieren soll, die dort leben, erklärte Webster gegenüber Ars Technica. Potenziell betroffen wäre demnach also jeder Google-Nutzer, egal wo er sich während einer Suche aufgehalten hat. Google hat sich zu dem konkreten Fall nicht geäußert, aber versichert, dass derart breit gefasste Datenforderungen bekämpft würden, wo möglich. Wie genau der aktuelle Stand in dem Fall ist, bleibt also derzeit noch unklar. (mho)