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US-Schulbezirk soll Schüler per Web-Cam ausspioniert haben

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Ein Schulbezirk im US-Staat Pennsylvania soll seine Schüler per Web-Cam ausspioniert haben. Eltern eines 15-Jährigen reichten bereits Klage ein. Jetzt haben Bundesstaatsanwälte vom Lower Merion School District die Herausgabe von Dokumenten verlangt, die Licht in die Sache bringen sollen, wie die Zeitung The Philadelphia Inquirer am Samstag berichtete.

Die Eltern des Jungen hatten den Angaben zufolge am Dienstag eine Sammelklage eingereicht, nachdem die stellvertretende Direktorin ihm "unangemessenes Verhalten" vorgeworfen habe - bei sich daheim. Als Beweis habe sie ein Foto vorgelegt, das mit der Web-Cam eines von der Schulbehörde zur Verfügung gestellten Laptops aufgenommen wurde, heißt es in der Klageschrift. Der Lower Merion School District hatte der Zeitung zufolge insgesamt 2300 Laptops an seine Schüler verteilt, damit sie den Umgang mit der Technologie besser über können.

Ein Sprecher des Bezirks räumt der Zeitung zufolge ein, dass die eingebauten Kameras der Computer durchaus ferngesteuert angeschaltet werden könnten, allerdings nur, um verschwundene oder gestohlene Geräte ausfindig zu machen. In den vergangenen 14 Monaten seien aus diesen Gründen die Web-Cams 42 Mal aktiviert worden, aber niemals zu dem Zweck, irgendjemanden auszuspionieren.

Der Bezirk gestand ein, Eltern und Schüler über die technischen Möglichkeiten nicht ausreichend informiert zu haben. "Dieser Hinweis hätte gegeben werden müssen, und wir bedauern, dass dies nicht passiert ist. Das war ein schwerer Fehler", sagte Sprecher Douglas Young dem Philadelphia Inquirer zufolge.

Die örtliche Staatsanwaltschaft untersucht unterdessen auch, ob die Schule möglicherweise gegen Abhör-Gesetze verstoßen hat. "Wir schauen, ob strafrechtliche Ermittlungen gerechtfertigt sind", sagte Bezirksstaatsanwältin Risa Vetri Ferman der Zeitung. (mw)