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Technology Review

US-Senator will mit Open Source die IT im Gesundheitswesen voranbringen

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Der US-amerikanische Senator John D. (Jay) Rockefeller will die Verbreitung der Informationstechnik im Gesundheitswesen mit Hilfe von Open-Source-Software und offenen Standards fördern. In seinem nun dem US-Senat vorliegenden Gesetzesentwurf Health Information Technology Public Utility Act of 2009 sieht der Politiker der Demokratischen Partei offene, mit Hilfe der Community entwickelte Software und Interoperabilität als Voraussetzungen, dass sich die elektronische Speicherung und Weitergabe von Patientendaten insbesondere auch in ländlichen Gegenden der USA durchsetze. Das Gesetz liegt nun zunächst einem Senatsausschuss zur Beratung vor.

Open-Source-Software sei eine bewährte und kostengünstige Möglichkeit, die Informationstechnik im Gesundheitswesen voranzubringen, begründet Rockefeller seine Initiative. Kommerzielle Software soll nicht verdrängt werden, stattdessen sollen die Hersteller in die Lage versetzt werden, Interoperabilitätsstandards in ihre Produkte zu implementieren. Der Gesetzesentwurf sieht ein neues Gremium beim nationalen Koordinator für IT im Gesundheitswesen vor, das die Fortschritte beim Einsatz von IT in diesem Bereich überwachen soll. Unternehmen, die Open-Source-Software entwickeln und einsetzen, sollen im Rahmen eines fünf Jahre dauernden Programms staatlich gefördert werden.

Das jüngst von US-Präsident Barack Obama aufgelegte Konjunkturprogramm sieht 19 Milliarden US-Dollar für die so genannte Digitalisierung der Medizin vor. Im Mittelpunkt steht dabei die Einführung elektronischer Patientenakten, der "electronic health records" (EHRs). Dabei benötigen insbesondere kleinere Privatpraxen Unterstützung, die bis zu 80 Prozent der US-Gesundheitsversorgung leisten. 17 Milliarden US-Dollar sind als Anreize für Ärzte und Krankenhäuser vorgesehen, auf EHRs und dazu passende elektronische Rezeptsysteme umzusteigen. (anw)