Menü

US-Sicherheitsbehörde lässt Nacktscanner überprüfen

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 49 Beiträge

Die für die Sicherheit an US-amerikanischen Flughäfen zuständige Transportation Security Administration (TSA) stellt rund die Hälfte der sich bereits im Einsatz befindlichen Nacktscanner erneut auf den Prüfstand. Betroffen sind laut US-Meldungen die 247 mit Röntgenstrahlen arbeitenden Geräte des Herstellers Rapiscan, die an 38 Airports in den Vereinigten Staaten aufgestellt sind. Auslöser für die zusätzlichen Tests waren Wartungsberichte, wonach einige der Geräte erhöhte Strahlenwerte aufwiesen. Diese seien teils zehnmal höher gewesen, hieß es, als aufgrund Herstellerangaben zu erwarten gewesen wäre.

Laut Rapiscan setzt man sich schon beim Verzehr einer Banane aufgrund des darin enthaltenen Kaliums einer viermal höheren Strahlung aus als bei einem Ganzkörper-Scan mit der aktuellen Gerätegeneration. Bereits von der TSA veröffentlichte Inspektionsberichte zu 40 der Maschinen ergaben jetzt aber, dass 19 davon "Fehler" aufwiesen. Bei sechs der Scanner, die mit der sogenannten Backscatter-Technik arbeiten, hat die Behörde die Abweichungen als "beträchtlich" eingeschätzt. Die Überprüfung aller entsprechenden Geräte habe man "aus einem Übermaß an Vorsicht" angeordnet, "um die Öffentlichkeit zu beruhigen", erklärte ein TSA-Sprecher. Die Testergebnisse sollen bis Ende des Monats abgeschlossen sein und zeitnah auf der Webseite der Einrichtung zur Verfügung gestellt werden.

Die Rapiscan-Geschäftsführung begründet die ausgemachten Fehler mit falschen Berechnungs- und Verfahrensformen. Diese seien inzwischen ausgemacht und korrigiert worden. Alle Maschinen verfügten über einen internen Mechanismus, der einen Weiterbetrieb bei erhöhter Strahlenabgabe verhindere. Man habe selbst 105 der eigenen Geräte erneut kontrolliert und dabei keine Probleme entdeckt. Der republikanische US-Abgeordnete Jason Chaffetz hielt dagegen, dass er "die Entschuldigungen leid sei". Die Berichte zeigten, dass die Aufsicht über die sicherheits- und gesundheitsrelevanten Systeme als ein riskantes Spiel aufgefasst werde. Die Senatorin Susan Collins, ebenfalls eine Republikanerin, bezeichnete die festgestellten Anomalitäten als "inakzeptabel". Insgesamt betreibt die TSA derzeit 486 Körperscanner an 78 Flughäfen. Knapp die Hälfte davon stammt vom Rapiscan-Konkurrenten L-3 Communications, der auf nichtionisierende Millimeterwellen setzt. (jk)