Menü

US-Steuergeheimnis im Internet ungeschützt

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 48 Beiträge

Das Computersystem der internen Steuerbehörde (IRS) der USA steht gegenüber Angreifern offen wie ein Scheunentor. Zu diesem Ergebnis kommt eine interne Untersuchung der US-Regierung. Wie aus einem am gestrigen Donnerstag veröffentlichten Bericht des General Accounting Office (GAO) hervorgeht, hatten von der Regierung beauftragte Hacker im vergangenen Jahr versucht, sich illegal Zugang zum Computersystem der IRS zu verschaffen. Ergebnis: Sie konnten auf alle nur erdenklichen sensiblen Daten der Steuerzahler – von der Sozialversicherungsnummer bis zu den Angaben über die Einkünfte – zugreifen.

Besonders erschreckend war für GAO-Direktor Bob Dacey die Tatsache, dass die Steuerbehörde keinen vernünftigen Firewall installiert hatte und die Passwörter für die Rechner sich leicht erraten ließen. Die Mitarbeiter des GAO konnten sogar mit einfachen Handheld-Computern in die Systeme der Steuerbehörde eindringen und hätten ohne weiteres die Daten ändern können. Die IRS selbst habe das Eindringen nicht bemerkt; trotzdem erklärte der Direktor der elektronischen Steuer-Erfassung Terry Lutes vollmundig, es habe bisher noch keinen Hackerangriff auf seine Behörde gegeben. Laut Dacey verfügt die IRS jedoch über keinerlei Kontrollmechanismen, um einen solchen Einbruch überhaupt zu bemerken. Für das kommende Jahr sei das elektronische System zur Steuererfassung jedenfalls sicher, da die Behörde alle in dem ihr bereits im Februar zugeleiteten Report angesprochenen Sicherheitslöcher gestopft habe, beteuerte Lutes.

In den USA wurden im letzten Jahr 35 Millionen Steuerformulare auf elektronischen Wege ausgefüllt. Für das kommende Jahr erwartet die Behörde 42 Millionen elektronische Steuererklärungen. Jedoch ist die IRS nicht das einzige Amt mit Sicherheitsproblemen. Eine Untersuchung der GAO vom letzten September fand bei jeder vierten Regierungsstelle Sicherheitsmängel. (hag)

Anzeige
Anzeige