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US-Streitkräfte: Aufrüstung auf 8000 Cybersoldaten geplant

Über 3.000 US-Militärs sind bereits im Cyberspace aktiv. Bis 2018 sollen es um die 8.000 werden. Dafür sprudeln fast 1,9 Milliarden Dollar.

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Soldaten vor Bildschirmen

"Cyberkrieger" der US Air Force

Neben den Geheimdiensten rüsten in den Vereinigten Staaten von Amerika auch die regulären Streitkräfte für den Cyberwar. Mehr als 3.000 Mann sind bereits für "Cybermissionen" im Einsatz. Bis 2018 soll sich ihre Zahl noch einmal verdoppeln. Für diese Aufrüstung stehen im Fünfjahresplan (2014 bis 2018) 1,878 Milliarden US-Dollar (rund 1,67 Milliarden Euro) bereit.

Siegel des Cyberkommandos der US-Streitkräfte

Das Projekt wurde im Oktober 2013 in Angriff genommen. Mit Stand Ende Februar 2015 waren 58 Teams mit insgesamt 3.100 Personen aktiv. Dies geht aus dem Protokoll einer parlamentarischen Anhörung hervor. Bis 2018 sollen die "Cyber Mission Force" 133 Teams mit insgesamt fast 6.200 Soldaten und Zivilisten umfassen. Für den Cyber-Krieg sind in den nächsten drei Jahren also noch Tausende Stellen zu besetzen.

Die Teams werden auf die neun Vereinigten Kampfkommandos, von denen zwei ihren Hauptsitz in Stuttgart haben, aufgeteilt. Damit können sie "in das Leistungsvermögen der Streitkräfte integriert werden", wie Admiral Cecil D. Haney ausführte. Zu den genannten Zahlen kommen weitere 2.000 Soldaten bei der Bundesreserve und der Nationalgarde. In Summe wird es also über 8.000 Mann für den digitalen Krieg geben.

Die offiziellen Aufgaben der Cyber Mission Force hat der hochrangige Beamte Eric Rosenbach bei einer weiteren Anhörung im April beschrieben: Abwehr von Angriffen auf die IT-Infrastruktur der US-Militärs, Verteidigung der USA gegen schwerwiegende Online-Attacken, sowie "Cyber-Unterstützung über das komplette Spektrum für Notfallpläne und Einsätze". Letzteres umschreibt Gegenschläge und militärische Aggressionen seitens der USA.

Zudem erwähnte Rosenbach ausdrücklich den Schutz privater Rüstungs-Unternehmen. Es gelte, deren geistiges Eigentum zu schützen. Und er betonte die enge Zusammenarbeit mit Geheimdiensten und Polizeibehörden.

In Minister Carters Plänen spielt die Privatwirtschaft eine wichtige Rolle.

"Wir haben den Anspruch, sicherzustellen, dass unsere Arbeitskräfte im Cyber-Bereich genauso Weltklasse sind, wie in anderen kriegsführenden Bereichen", berichtete Rosenbach. "Dafür bauen wir eine Belegschaft gut ausgebildeter Cyber-Security-Spezialisten mit einer Bandbreite an Fähigkeiten für (militärische) Einsätze und nachrichtendienstliche Aufgaben auf, und binden sie an uns."

Dabei lege Verteidigungsminister Ashton Carter großen Wert auf die Beteiligung der Privatwirtschaft: "Wir müssen kreativer dabei werden, Wege zu finden, die einzigartigen Fähigkeiten des privaten Sektors und der innovativen Technologien auszunutzen", legte Rosenbach dar, "Das Ministerium hat nicht Antworten auf Alles, und die Arbeit mit der Branche wird entscheidend für die zukünftige Absicherung unseres technisch-militärischen Vorteils sein." Das Verteidigungsministerium möchte die Wirtschaft dazu bringen, den Militärs mehr "Cyber-Expertise" zuzuführen.

(ds)

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