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US-Studie: Jährliche Kosten in Milliardenhöhe durch Schutz geistigen Eigentums

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Das Center for Economic and Policy Research (CEPR) kommt in der Studie Opening Doors and Smashing Windows: Alternative Measures for Funding Software Development (PDF-Datei) zu dem Ergebnis, dass die etablierten Systeme zum Schutz des geistigen Eigentums zu ökonomischer Ineffizienz führen. Diese schlage sich in erhöhten Preisen für die Konsumenten nieder. So komme es durch das US-amerikanische Patent- und Copyright-System auch durch die Förderung von Monopolen zu Mehrkosten von insgesamt mindestens 80 Milliarden US-Dollar.

Besonderes Augenmerk legt die Studie auf den Software-Bereich, wo der Schutz des geistigen Eigentums den Software-Entwicklungsprozess als solchen verzerre. Dabei führe er zu unnötigem Aufwand bei der dennoch oft praktizierten Nachprogrammierung geschützter Software und durch Geheimhaltungspflichten und Nutzungsvereinbarungen zu wesentlichen Behinderungen. Besitzer geistigen Eigentums wenden darüber hinaus große Summen zur Wahrung ihrer Rechte auf und verursachen auch bei den Lizenznehmern hohe Kosten bei der Umsetzung der auferlegten Pflichten. Weiterhin sei es bereits dazu gekommen, dass Besitzer geistigen Eigentums die Entwicklung von Soft- und Hardware zur Durchsuchung und Reproduktion von digitalen Inhalten blockieren.

Eine Alternative besteht laut der Studie in der staatlichen Finanzierung eines neuen Software-Entwicklungsprozesses parallel zum bestehenden Patent- und Copyright-System. So solle mit einem Betrag von zwei Milliarden US-Dollar jährlich eine Reihe konkurrierender Software-Entwicklungsunternehmen finanziert werden, die ihre Produkte frei verfügbar machen und nach gängigen Copyleft-Prinzipien veröffentlichen müssen.

Ein zweiter Mechanismus könne jedem Erwachsenen einen jährlichen Betrag von beispielsweise 100 US-Dollar zur Verfügung stellen, den er zur Unterstützung eines Produzenten oder Fördererverbundes im Musik-, Film-, Literatur- oder Softwarebereich nach Wahl nutzen soll. Auch die Produkte aus diesem Entwicklungsprozess sollen für alle frei verfügbar sein. Die so erreichbaren Einsparungen für die Konsumenten kämen einer Steuersenkung von 80 Milliarden bis 120 Milliarden US-Dollar gleich. Die dadurch frei werdende Kaufkraft könne wiederum die Wirtschaft beflügeln und Millionen neuer Arbeitsplätze schaffen. (cr)

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