Menü

US-Verbraucherschützer torpedieren WhatsApp-Übernahme

Zwei US-Verbraucherschutzorganisationen fürchten, dass Facebook nach der Übernahme die Nutzerdaten von Whatsapp für Werbung verwenden könnte. Deshalb reichen sie Beschwerde vor der Handelsaufsicht FTC ein.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 46 Beiträge

Gleich zwei US-Verbraucherschutzorganisationen machen gegen die geplante, milliardenschwere Übernahme des Messengers WhatsApp durch Facebook Front: Sowohl das Electronic Privacy Information Center (EPIC) als auch das Center for Digital Democracy (CDD) haben bei der US-Handelsaufsicht FTC Beschwerde gegen den Deal eingelegt.

Grund dafür sind laut Beschwerdeschrift die unterschiedlichen Geschäftsbedingungen beider Dienste: WhatsApp sammele keine Nutzerdaten für Werbezwecke. Facebook hingegen habe mehrfach seine Bedingungen geändert, um mehr Daten für Reklame abgreifen zu können. Die Verbraucherschützer fürchten, dass dies nach der Übernahme auch mit den WhatsApp-Kundendaten geplant sei. Dabei hätten sich laut der Beschwerde viele der rund 450 Millionen WhatsApp-Nutzer gerade wegen der Nichtverwendung ihrer Daten für den Messenger entschieden. Deshalb solle die FTC prüfen, ob es durch die Übernahme zu "unfairen und täuschenden Geschäftspraktiken" kommen könne.

Übernahme stoppen

Bis zur Klärung der Vorwürfe solle die Übernahme gestoppt werden, fordern die beiden Organisationen. Ob die FTC diese Beschwerde auch annimmt, ist noch offen. Gegenüber Cnet bekräftigte ein Unternehmenssprecher von Facebook, dass WhatsApp als separates Unternehmen weitergeführt werde – wobei man die Bemühungen des Dienstes um Sicherheit und Privatsphäre respektieren wolle. Facebook hatte sich bereits kurz nach Bekanntwerden der Übernahme Mitte Februar in diese Richtung geäußert.

Insgesamt will das derzeit größte soziale Netzwerk 19 Milliarden US-Dollar für den Messenger-Dienst hinlegen. Die Sorge der US-Verbraucherschützer wird unter anderem auch von deutschen Datenschützern geteilt, die die Fusion größtenteils skeptisch kommentierten. Laut einer Umfrage vom Ende Februar erwägen auch knapp ein Drittel aller deutschen Whatsapp-Nutzer einen Wechsel zu anderen Diensten – wobei die Unsicherheit über die eigenen Daten wichtigste Triebfeder sei. Alternativen wie Threema undTelegram kletterten in der Folge auf die vorderen Plätze der App-Store-Charts.

Siehe dazu auch:

(axk)

Anzeige
Anzeige