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US-Wahlkampf: FBI untersucht HillaryLeaks

Nachdem Wikileaks tausende interne E-Mails der US-Demokraten veröffentlicht hat, ermittelt nun auch das FBI. Hillary Clintons Wahlkampfteam wähnt den russischen Geheimdienst am Werk.

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FBI

(Bild: dpa, Tim Brakemeier/Archiv)

Das FBI untersucht die Hintergründe der geleakten E-Mails aus der Partei der US-Demokraten. "Wir ermitteln im Zusammenhang mit einem Cyber-Angriff auf das Democratic National Committee", bestätigte die US-Bundespolizei am Montag gegenüber US-Medien. Die Whistleblower-Plattform Wikileaks hatte in der vergangenen Woche tausende E-Mails der Partei veröffentlicht. Daraufhin war die Vorsitzende des DNC, Debbie Wasserman Schultz, zurückgetreten.

Der Wahlkampfmanager von Hillary Clinton hatte den Verdacht geäußert, dass hinter dem Leak russische Hacker und "staatliche Akteure" stecken könnten. Russland wolle auf die Weise den republikanischen Präsidentschaftsanwärter Donald Trump unterstützen. Der Manager beruft sich dabei auf Einschätzungen von nicht näher spezifizierten "Experten". Dagegen hatte sich im vergangenen Monat ein mutmaßlicher Hacker mit dem Alias "Guccifer 2.0" zu dem Hack bekannt und dabei betont, er sei kein Russe.

Weitere Leaks zu erwarten

Das Democratic National Committee (DNC), die Dachorganisation der Demokraten, wurde laut einem CNN-Bericht bereits sehr früh von US-Behörden über mögliche Sicherheitsprobleme informiert, habe aber erst spät darauf reagiert. So sollen die Hacker über etwa ein Jahr Zugriff auf die Systeme des DNC gehabt haben. Zudem soll auch die Clinton Foundation von mutmaßlich russischen Angreifern gehackt worden sein.

Die geleakten E-Mails legen nahe, dass die Parteiführung sich nicht, wie vorgeschrieben, neutral gegenüber den Präsidentschaftskandidaten verhalten hat, sondern versucht hat, den Clinton-Konkurrenten Bernie Sanders auszubooten. Die Parteiführung hat sich dafür inzwischen förmlich bei Sanders entschuldigt. Die E-Mails enthalten unter anderem noch Versuche von Parteifunktionären, Druck auf Journalisten auszuüben, sowie peinliche Entgleisungen gegenüber politischen Gegnern oder Wählergruppen.

Das FBI und US-Medien rechnen mit weiteren Leaks. Wikileaks-Gründer Julian Assange hat in einem TV-Interview bereits weiteres Material angekündigt, das schwerwiegende rechtliche Konsequenzen für Clinton haben soll. (mls)

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