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 | Technology Review

So beeinflusst man prominente Twitter-Nutzer

Viele Menschen leben in einer Art Filterblase und nehmen vor allem Inhalte war, die aus ihrem sozialen Umfeld im Internet stammen. Forscher haben jetzt untersucht, wie sich prominente Nutzer dazu bringen lassen, einem bestimmten Konto zu folgen.

US-Wissenschaftler erforschen optimale Strategien zur Beeinflussung von Twitter-Nutzern

Soziale Medien werden längst nicht mehr nur für harmloses Geplauder genutzt, sondern auch politisch motiviert mit gefälschten Nutzer-Konten und Nachrichten missbraucht. Eine Strategie dabei ist, ein Ziel dazu zu bringen, dem eigenen Twitter-Konto zu folgen, damit es künftig von dort aus verbreitete Inhalte zu sehen bekommt, um Einfluss auf seine Weltsicht zu nehmen. Drei US-amerikanische Forscher haben jetzt untersucht, wie sich diese Vorgehensweise optimieren lässt, berichtet Technology Review online in "Wie man Trump beeinflusst".

Zunächst richtete das Team sechs Twitter-Konten ein, die gemäß ihren Inhalten zu marokkanischen Künstlern zu gehören schienen. Anschließend suchte es nach weiteren Konten, die Twitter-Nachrichten zu "Marokko" oder "Kunst" veröffentlicht hatten, und interagierte mit ihnen. Durch das Weiterverbreiten von Nachrichten allein ließen sich 5 Prozent dieser Nutzer dazu bringen, dem jeweiligen Fake-Konto zu folgen. Wenn die Forscher einem der Ziel-Konten folgten, wurde es mit einer Wahrscheinlichkeit von 14 Prozent seinerseits zu ihrem Follower. Folgen und Retweets zusammen brachten eine hohe Folger-Quote von 30 Prozent.

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Ein weiteres Ergebnis: Wenn ein großer Anteil der eigenen Follower dem Ziel bereits folgt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Ziel zum Follower des eigenen Kontos wird. Eine Erfolg versprechende Strategie zur Beeinflussung könnte deshalb darin bestehen, die Personen, die einem Ziel-Konto folgen, dazu zu bringen, dass sie zu Followern des eigenen Kontos werden, und dann Nachrichten des Ziels weiterzuverbreiten und ihm zu folgen. In Simulationen hat das Team zudem untersucht, wie das bei mehreren prominenten Twitter-Nutzern konkret funktionieren könnte.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)
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