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US-Zeitung veröffentlicht Liste von Lehrern mit Disziplinarstrafen

Die Redaktion des Sarasota Herald-Tribune hat eine unvollständige Kopie einer Datenbank von Floridas Bildungsministerium erhalten, mit der nach Lehrern gesucht werden kann, die aufgrund irgendeines Vergehens diszipliniert worden sind, und sie auch gleich ins Web gestellt. Damit will die Zeitung allen Eltern die Möglichkeit bieten, nach schwarzen Schafen unter den Lehrern zu suchen. Bevor ein Lehrer eingestellt wird, geben die Bildungsministerien oft zur Überprüfung den Namen in der "Clearinghouse" genannten Datenbank ein. Parallel zur Veröffentlichung der Liste hat der Herald-Tribune auch eine Serie von Artikeln publiziert, in denen es um Lehrer in Florida geht, die Schüler sexuell belästigt, geschlagen oder beschimpft haben und dennoch weiterhin ihren Beruf ausüben dürfen.

Die Liste wird von der National Association of State Directors of Teacher Education and Certification (NASDTEC) für alle Staaten zusammengestellt und ist eigentlich nur Mitgliedern der Organisation zugänglich. Sinn der Liste ist, es entsprechend belasteten Lehrern zu erschweren, eine neue Anstellung in einem anderen Bundesland zu suchen. In Florida haben Staatsangestellte eine Kopie der Liste aufbewahrt, weswegen sie nach dem Recht des Bundesstaats öffentlich zugänglich gemacht werden muss. Aus diesem Grund hatte die Zeitung sie schließlich erhalten. Nach Lehrern in Florida, die in der Liste verzeichnet sind, kann man inzwischen auch auf der Website des Bildungsministeriums suchen.

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Wie die Zeitung bemerkt, ist die Liste unvollständig und mangelhaft. Für Kalifornien sind beispielsweise 6000 Lehrer eingetragen, für Hawaii nur 2. Die unterschiedlichen Nennungen rühren auch daher, dass die einzelnen Bundesstaaten nicht nach einem einheitlichen Maßstab vorgehen. In manchen werden auch kleine Probleme wie eine Nichtzurückzahlung eines Schulkredits gemeldet, in anderen nur schwere, die zu einer strafrechtlichen Verurteilung führen. Die Meldung an die Organisation erfolgt freiwillig, daher haben die Ministerien großen Spielraum. Die von der Zeitung zugänglich gemachte Liste enthält 24.500 der insgesamt 34.000 Namen Zudem ist dort nur angegeben, dass es eine Strafe gegeben hat, nicht aber der Grund und das Strafmaß. Das aber könne man normalerweise leicht bei dem jeweiligen Bildungsministeriums des Bundesstaats herausbekommen, versichert die Zeitung. (fr)

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