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USA: Chef des chinesischen Onlinehändlers JD.com vorübergehend festgenommen

In den USA ist am Wochenende vorübergehend der Chef des chinesischen Onlineriesen JD.com festgenommen worden. Hintergrund sind Belästigungsvorwürfe.

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Chef des chinesischen Onlinehändlers JD.com in den USA festgenommen

Liu Qiangdong alias Richard Liu

(Bild: JD.com)

Der Gründer des chinesischen Onlinehändlers JD.com Richard Liu ist am Wochenende im Zusammenhang mit Ermittlungen zu angeblicher sexueller Belästigung in den USA vorübergehend festgenommen worden. Liu – der eigentlich Liu Qiangdong heißt – wurde am Freitag in Minneapolis verhaftet und am Samstag freigelassen, berichtet die New York Times. Sein Unternehmen versicherte demnach bereits, dass die Anschuldigungen falsch seien, und er deswegen auf freien Fuß gesetzt wurde. Die Polizei behandle den Fall aber nicht als abgeschlossen, schreibt die US-Zeitung weiter.

Ein Online-Riese

JD.com ist in China der wohl größte Konkurrent von Alibaba, die beiden Chefs Jack Ma und Richard Liu gelten als charakterlich sehr unterschiedliche Rivalen. Beide Unternehmen konkurrieren um das Geld der wachsenden Mittelschicht in der Volksrepublik. Während die Plattform von Alibaba Verkäufern offen steht, setzt JD.com auf Kontrolle, um den Kunden hohe Qualität anbieten zu können. Welche Konsequenzen Lius vorübergehende Festnahme für das Unternehmen hat, muss sich noch zeigen. Entscheidend wird dabei auch sein, wie die Ermittler weiter vorgehen.

Wie die New York Times weiter erklärt, hätte die Polizei den Geschäftsmann bis zum heutigen Dienstag festhalten können, sah dazu aber keinen Anlass. Laut JD.com setzte Liu seine geschäftlichen Aktivitäten wie geplant fort. Inzwischen ist er auch nach China zurückgekehrt. Die Strafverfolger ermitteln derweil weiter und werden danach entscheiden, welche Maßnahmen sie empfehlen. In China sorgte die Festnahme jedenfalls für jede Menge Aufmerksamkeit, sind erfolgreiche Unternehmer wie Liu dort doch äußerst berühmt und der JD-Gründer hat sich immer wieder mit Einblicken in sein Privatleben hervorgetan. (mho)

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