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USA: Forschung an Drohnen-Steuerung über Mobilfunk

Die NASA forscht gemeinsam mit Verizon, ob unbemannte Drohnen einmal per Mobilfunk gesteuert und kontrolliert werden können. Das gut ausgebaute Netz könnte für niedrig fliegende Fluggeräte gute Voraussetzungen liefern.

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Amazon Drohne

Amazon will einmal mit Drohnen Pakete ausliefern.

(Bild: dpa, Amazon/dpa)

Das US-Telecomunternehmen Verizon forscht gemeinsam mit der US-Weltraumagentur NASA an einem Überwachungssystem für unbemannte Drohnen, das auf Mobilfunknetzen beruht. Das berichtet der Guardian unter Berufung auf ihm vorliegende Dokumente zu dem Projekt. Mit einem Budget von insgesamt 500.000 US-Dollar solle ergründet werden, inwiefern sich das oft regional gut ausgebaute Mobilfunknetz nutzen lässt, um "den Verkehr niedrig fliegender unbemannter Flugsysteme" zu steuern.

Erst vor wenigen Monaten hatte die US-Flugaufsicht FAA einen Vorschlag zur Regulierung von Drohnen vorgelegt. Demnach dürfen die unbemannten Fluggeräte unter 25 Kilogramm Gewicht nicht schneller als 160 Kilometer pro Stunde und nicht höher als 150 Meter fliegen. Durchgehend müssen sie in Sichtweite des Piloten sein. Dafür denken die NASA und Verizon nun offenbar an Mobilfunkzellen als Verlängerung für Befehle des Piloten. Insgesamt sind das gute Voraussetzungen für eine Kontrolle per Mobilfunk. Schwieriger wird der Kontakt zu einer über Mobilfunk an einen Tower angebundenen Drohne erst mit zunehmender Geschwindigkeit und Flughöhe – weil bei zunehmendem Tempo die Anforderungen an die Netzübergabe von Zelle zu Zelle steigen (Handover) und weil bei zunehmender Höhe die Signalqualität nachlässt.

Am Ende könnte im Prinzip eine Fernsteuerung der Drohnen über Mobilfunk stehen, inklusive Flugverfolgung, Statusabfrage sowie Zuweisung von Flugkorridoren. Angesichts von möglicherweise einmal Tausenden oder Zehntausenden Drohnen im US-Flugraum würde daraus aber unter Umständen ein immenses Unterfangen. Die NASA habe deswegen bereits um Unterstützung aus der freien Wirtschaft gebeten und Forschungsprojekte laufen demnach auch mit Amazon und Google.

Das ambitionierte Programm mit Verizon solle den Dokumenten zufolge bis 2017 Ergebnisse liefern. Ein fertiges System hofft man im Jahr 2019 zu haben, schreibt der Guardian. (mho)

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