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USA: LTE-Datenfunk stört GPS-Empfang

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LightSquared will starke Sender installieren

(Bild: MITRE (Christopher J. Hegarty/2011))

Immer wieder führen knappe Frequenzressourcen zu Konflikten wie diesem: Die Firma LightSquared will in den USA ein LTE-Datenfunknetz aus rund 40.000 Basisstationen aufbauen, dessen Sendefrequenzen aber manche GPS-Empfänger stören. Dagegen protestieren die Mitglieder von SaveOurGPS – und nun soll unter anderem die Federal Communications Commission (FCC) entscheiden.

LightSquared hat durch die Übernahme der Firma SkyTerra Nutzungsrechte an insgesamt 59 MHz breiten Frequenzbändern im L-Band zwischen 1626,5 und 1660,5 MHz sowie zwischen 1525 und 1559 MHz (1,525 – 1,559 GHz). GPS arbeitet unmittelbar anschließend von 1559 bis 1610 MHz, die L1-Frequenz beträgt 1575,42 MHz. Manche GPS-Empfänger nutzen allerdings eine breitbandige Eingangsstufe, die den Bereich zwischen 1555 bis 1595 MHz erfasst. Dort stören die LightSquared-Funksignale.

Zwar wurden die heute von LightSquared genutzten Frequenzen schon früher verwendet, aber nur zur Kommunikation mit Satelliten – auf der Erde kamen sie als schwache Signale an. Die rund 40.000 LightSquared-Basisstationen sollen hingegen mit kräftigen Sendern bis 2015 annähernd 92 Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung erreichen und stören deshalb viel stärker.

LightSquared will nun zunächst den Sendebetrieb in einem niedrigeren Frequenzband aufnehmen. Unter Berufung auf eigene Experimente schätzt das Unternehmen, dass somit nur rund 200.000 GPS-Geräte gestört würden, aber 99,5 Prozent aller bisher verkauften Geräte nicht. Insbesondere seien Smartphones nicht betroffen, in denen schmalbandigere GPS-Empfänger steckten. Bei SaveOurGPS sind allerdings unter anderem Piloten vertreten, die Störungen bei den GPS-Geräten befürchten, die sie in Flugzeugen nutzen. (ciw)

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