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USA: Sammelklage wegen verkratzter Xbox-360-Discs

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Im US-Bundesstaat Kalifornien haben Christine Moskowitz und Dan Wood eine Sammelklage gegen Microsoft angestoßen. Laut Moskowitz und Wood habe Microsoft die Xbox-360-Konsole fehlerhaft hergestellt, sodass deren Laufwerk Spiele-Discs verkratze. Sie fordern für die Betroffenen insgesamt 5 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Eine ähnliche Klage wurde bereits in der vergangenen Woche vor einem Gericht in Florida eingereicht.

Microsoft hatte sich gegenüber Wood und Moskowitz bislang geweigert, ihre verkratzen Spielediscs zu ersetzen. Das offizielle Austauschprogramm für defekte Discs decke keine Fälle ab, bei denen eine unsachgemäße Behandlung der Discs vorliege.

Über Probleme mit verkratzten Discs klagen Nutzer seit dem Start der Konsole Ende 2005. Sie wurden von Microsoft bisher auf eine unsachgemäße Behandlung zurückgeführt. So dürfe man auf keinen Fall die Xbox 360 während des Betriebs bewegen, sie etwa aus der Vertikalen in die Horizontale drehen. Aufgrund der hohen Drehzal der Spiele-Discs treten dabei zu große Drehimpuls-Erhaltungskräfte auf, durch die die Disc auf den Lesekopf des Laufwerks aufsetzen kann. Dabei entstehen kreisrunde Kratzer, sodass die Disc nicht mehr abgespielt werden kann.

Laut Moskowitz und Wood verkratze das Laufwerk die Discs aber auch im ruhenden Zustand der Box, was auf einen zu geringen Abstand des Lesekopfes zur Disc-Oberfläche zurückzuführen sei. Bei DVD-Laufwerken kann der Abstand zwischen 0,5 und 1,5 Millimeter variieren. Einige Konsolen-Händler bieten inzwischen Schaumgummipads zum Einkleben in das Laufwerk an, die ein hartes Aufsetzen des Lesekopfes verhindern sollen. In den Xbox-360-Laufwerken soll dieser Cent-Artikel hingegen fehlen.

Erst im Juni hatte die EU-Kommissarin für Verbraucherschutz Meglena Kuneva eine offizielle Anfrage an Microsoft gestellt, weil sich Kunden aus den Niederlanden über verkratzte Discs beschwert hatten. Kuneva verlangte Auskunft über Schritte, die Microsoft zur Lösung des Problems eingeleitet habe und ob es auch in anderen Ländern Probleme mit Xbox-360-Konsolen gebe. Microsoft hatte daraufhin geantwortet, dass Probleme mit verkatzten Discs bisher nicht weit verbreitet seien und forderte seine Kunden auf, sich beim Support zu melden, damit man die eventuell defekten Konsolen untersuchen und reparieren könne.

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