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USA: Streit in "Call of Duty" nach Fake-Notruf mit tödlichen Folgen

Es sollte wohl der Streich eines aufgebrachten Online-Gamers sein, doch der Ausgang war tödlich: Nach einem falschen Notruf haben Polizisten in den USA einen Unschuldigen erschossen.

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USA: Streit in Partie "Call of Duty" nach Fake-Notruf mit tödlichen Folgen

(Bild: chrisci)

Nach einem Streit zwischen Spielern von Call of Duty soll ein 25-jähriger US-Amerikaner durch einen falschen Notruf bei der Polizei indirekt den Tod eines völlig unschuldigen Familienvaters verursacht haben. Der Verdächtige wurde am Freitagnachmittag (Ortszeit) festgenommen – einen Tag nach dem tödlichen Vorfall in Wichita (Kansas). Dem Festgenommenen wird vorgeworfen, in dem Notruf eine Geiselnahme vorgetäuscht zu haben. Die dadurch an den vermeintlichen Ort des Verbrechens gelockte Polizei erschoss dort einen 28-Jährigen, den sie für den Geiselnehmer hielt.

Unklar blieb zunächst, ob der Festgenommene mit einer Person identisch ist, die sich vor der Festnahme auf Twitter und in Interviews zu dem Fake-Notruf bekannt hatte. Der Washington Post zufolge gab der Unbekannte unter dem Twitternamen "SWAuTistic" an, professionell – das heißt gegen Bezahlung – Streiche solcher Art zu spielen.

Konkret erzählte der Anrufer der Polizei, er habe seinen Vater erschossen und nun seine Waffe auf seine Mutter und einen jüngeren Bruder gerichtet. Auch habe er damit gedroht, das Haus in Brand zu setzen, wie der stellvertretende Polizeichef von Wichita, Troy Livingston, sagte. Nach seinen Worten trat bei der Ankunft der Polizei am vermutlichen Tatort ein Mann vor das Haus und machte Bewegungen, die vermuten ließen, dass er eine Waffe habe ziehen wollen. Daraufhin habe ein Polizist geschossen und den Mann an der Tür tödlich verletzt.

Hintergrund des Fake-Notrufs soll US-Medien zufolge ein Streit zwischen zwei Internet-Computerspielern gewesen sein: Der eine aufgebrachte Online-Spieler habe dem anderen einen Streich spielen wollen und damit einen Dritten beauftragt: "SWAuTistic" habe sich daraufhin bei der Polizei gemeldet, aber dort eine falsche Adresse angegeben. Der dann dort später getötete Mann habe mit beiden Spielern nichts zu tun gehabt.

In der Online-Gaming-Szene sind derartige "Streiche" nichts Unbekanntes und werden "Swatting" genannt. Dabei setzt jemand einen falschen Notruf ab, damit das Haus eines anderen von der Polizei gestürmt wird – am besten dann, während das Opfer noch live vor seiner Webcam sitzt. Das Wort "Swatting" leitet sich von den "SWAT" genannten Spezialeinsatzkommandos der US-Polizei ab. (mit Material der dpa) / (mho)

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