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USA an Kreml: Wir hacken Euer Stromnetz

Die USA intensivieren ihre Vorbereitung auf einen Cyberkrieg gegen Russland. Als Antwort auf russische Hacks, wie US-Dienste dem Kreml ausrichten.

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Das Symbolbild zeigt Erdgas-betriebene Stromgeneratoren, die im Inselnetz des Yukon als Backup dienen.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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"Die Vereinigten Staaten verstärken ihre digitalen Einbrüche in Russlands Stromnetz als Warnung an Russlands Präsidenten Vladimir V. Putin", schreibt die New York Times. Demnach haben sich die USA bereits 2012 in Kontrollsysteme des russischen Stromnetzes eingenistet. Was zunächst der Spionage gedient habe, sei unter US-Präsident Donald Trump zur Vorbereitung auf Sabotage "mit nie zuvor ausprobierter Tiefe und Aggressivität" ausgebaut worden.

Details kann die Zeitung in ihrem Artikel nicht verraten, was sie mit dem US-Präsidenten gemein haben dürfte: Ein im Vorjahr verabschiedetes Bundesgesetz erlaubt solche "geheimen Militäraktivitäten (… ) als Abschreckung, Absicherung oder Verteidigung gegen Angriffe oder böswillige Cyberaktivitäten gegen die Vereinigten Staaten" ohne Genehmigung des Präsidenten. Es reicht die Zustimmung des Verteidigungsminister.

Und der dürfte seinen Oberbefehlshaber im Dunkeln lassen: Quellen im Verteidigungsministerium und bei Geheimdiensten hätten "umfassendes Zögern, Herrn Trump Details über Aktivitäten gegen Russland mitzuteilen" beschrieben, "aus Sorge über seine Reaktion, und die Möglichkeit, dass er (die Befehle) widerruft oder die Aktivitäten mit hochrangigen Ausländern erörtert". 2017 soll Trump dem russischen Außenminister eine US-Operation in Syrien verraten haben.

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Russland dringe zumindest seit 2012 in US-Kraftwerke und -Stromnetze ein. Spätestens 2017 hätten sie den USA den Strom abdrehen können. Die grundsätzliche Fähigkeit dazu hat Russland bereits Ende 2015 in der Ukraine demonstriert. Hunderttausende hatten plötzlich keinen Strom. Ungefähr zur gleichen Zeit wurden übrigens Server der Demokratischen Partei gehackt, laut Washington auf Befehl Putins. Venezuelas Machthaber Nicolas Maduro beschuldigt wiederum die USA, Stromausfälle in Venezuela ausgelöst zu haben.

Wie viel Schaden die US-Malware in Russlands Stromnetz anrichten könnte, ist nicht bekannt. Klar ist, dass die US-Dienste eine Botschaft an den Kreml richten – über die New York Times. "(Wir sind) viel, viel aggressiver geworden im vergangenen Jahr", zitiert sie einen nicht namentlich genannten "hochrangigen" US-Spion, "Wir unternehmen Dinge in großem Umfang, die wie vor einigen Jahren gar nicht in Erwägung gezogen haben." Zudem hätten Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrates angegeben, keine Bedenken über die Berichterstattung der Zeitung über die neuen US-Aggressionen zu hegen. (ds)