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USA drängen auf heimische Chipproduktion durch TSMC

Bisher stehen die Fertigungsanlagen des weltweit größten Chipauftragsproduzenten TSMC in China und Taiwan, was der US-Regierung ein Dorn im Auge ist.

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(Bild: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd.)

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Die US-Regierung übt einem Medienbericht zufolge Druck auf den taiwanischen Chiphersteller TSMC aus, damit der einen Teil seiner Produktion in die USA verlagert. Offenbar will die Trump-Regierung noch vor den Präsidentschaftswahlen im November 2020 ein Abkommen mit TSMC schließen, dass der weltweit größte Chipauftragsfertiger eine neue Produktionsstätte in den USA baut. Unter anderem Prozessoren und FPGAs mit den modernsten Fertigungstechnologien sollen somit wieder im Westen entstehen.

Laut einem Bericht von Nikkei Asian Review hegen die USA Sicherheitsbedenken bezüglich TSMCs derzeitigen Fertigungsanlagen ("Fabs") in China und Taiwan. Die meisten Produktionsstätten von TSMC stehen in dessen taiwanischer Heimat, zudem stemmt die Fab 16 in Nanjing, China, inzwischen ein Zehntel der eigenen Chipfertigung. In Washington unterhält die TSMC-Tochter WaferTech lediglich eine kleine Fab mit alter 160-Nanometer-Technik.

Insbesondere Bauteile für militärische Projekte sollen nach Wunsch der US-Regierung auch in den USA gefertigt werden. Zu TSMCs Kunden gehört der amerikanische FPGA-Hersteller Xilinx, dessen programmierbaren Prozessoren auch das US-Militär kauft, zum Beispiel für den Kampfjet F-35.

Laut den USA könnte die chinesische Regierung künftig Chiplieferungen in die USA behindern. Eine mögliche militärische Übernahme der unabhängigen taiwanischen Regierung durch China würde die Situation verschlimmern, schreibt Nikkei Asian Review. Der Handelsstreit zwischen den USA und China eskalierte in den vergangenen Monaten, weshalb US-Firmen unter anderem den Smartphone-Hersteller Huawei nur noch eingeschränkt beliefern dürfen. Auch dessen HiSilicon-Mobilprozessoren laufen bei TSMC vom Band.

Bis 2018 spielte der US-amerikanische Auftragsfertiger Globalfoundries im Rennen der modernsten Chipfertigungstechnologien mit, jedoch wurden die Forschungsgelder für 7- und 5-nm-Prozesse eingestellt. Globalfoundries produziert in New York daher nur noch Chips mit Strukturbreiten von minimal 12 nm – das soll der US-Regierung nicht genügen. Das US-Militär arbeitet an Konzepten, um den Zugriff auf aktuelle Chiptechniken zu sichern – unter anderem durch FPGAs. (mma)