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USA vs. Huawei: SD Association und weitere Organisationen seilen sich ab

Huawei darf keine Geräte für SD-Karten mehr bauen, nicht mehr an RAM-Standards mitarbeiten und könnte die WLAN-Zertifizierung verlieren.

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Huawei ist einer der Vorzeigekonzerne Chinas.

(Bild: dpa, Mauritz Antin)

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Huawei verliert infolge des von US-"Telekommunikationsnotstandes" immer mehr Geschäftsbeziehungen. Die SD Association, der Verband der SD-Karten-Standards definiert, hat Huawei ausgeschlossen. Damit darf Huawei keine neuen Geräte für SD-Karten mehr bauen. Bei Mobiltelefonen wird das Huawei kaum treffen, da es dort seine eigenen Speicherkarten favorisiert. Bei anderen Geräten könnte das aber durchaus eine Einschränkung bedeuten.

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Aus der Halbleiter-Standardisierungsgruppe JEDEC Solid State Technology Association hat sich Huawei "freiwillig" zurückgezogen und damit dort keinen Einfluss mehr. Da JEDEC-Standards offen sind, darf auch Huawei sie weiter umsetzen.

Die Wi-Fi Alliance hat Huaweis Mitgliedschaft "vorübergehend eingeschränkt", wie US-Medien berichten. Die Folgen sind noch unklar. Die Wi-Fi Alliance bewirbt WLAN-Standards, ist Inhaber der Marke "Wi-Fi" und verleiht das "Wi-Fi Certified"-Logo. Bislang war Huawei ein Sponsor dieser Organisation, hat also namhafte finanzielle Beiträge geleistet. Huawei dürfte wohl weiter Geräte mit WLAN anbieten, sie womöglich aber nicht als "Wi-Fi"-kompatibel anpreisen.

Allerdings könnten Huawei bald die Lieferanten ausgehen. Immer mehr Hersteller überprüfen ihre Geschäftsbeziehungen zu Huawei. Manche haben sie bereits eingestellt, andere, wie zum Beispiel Infineon, liefern nur noch Material, das keine US-Komponenten beinhaltet.

Gleichzeitig bekommt Huawei Schwierigkeiten beim Absatz. Mobilfunk-Netzbetreiber in verschiedenen Ländern und andere wichtige Händler wie zum Beispiel Microsoft nehmen Huawei-Gerät aus dem Angebot. Das dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass Verbraucher verunsichert sind. Sie fürchten um zuverlässige und flotte Software-Updates. In ähnlicher Weise überdenken Netzbetreiber ihre Bestellungen von Huawei-Netzwerkinfrastruktur, weil das Vertrauen in Huaweis Lieferfähigkeit wankt.

Hinter dem immer weiter um sich greifenden Vorgehen gegen Huawei steht der vergangene Woche von US-Präsident Donald J. Trump verhängte Telekommunikationsnotstand. Im Zuge dessen war Huawei auf einer schwarzen Liste gelandet. Wer nun US-Technik an den Konzern verkaufen oder transferieren will, muss künftig eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Interessen aus dem weiten Feld Nationaler Sicherheit berührt werden. (ds)