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USA wollen Wikileaks-Gründer Julian Assange den Prozess machen

Die US-Regierung ist laut einem Bericht optimistisch, Julian Assange bald in den USA vor Gericht stellen zu können.

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Julian Assange

Wikileaks-Gründer Julian Assange am 19.08.2012 in London. Damals stellte er sich auf einen Aufenthalt in Ecuadors Botschaft von bis zu einem Jahr ein.

(Bild: dpa, Kerim Okten)

Die US-Regierung bereitet eine Anklage gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange vor und ist zunehmend optimistisch, ihn bald in den USA vor Gericht stellen zu können. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf eingeweihte Personen in der US-Hauptstadt Washington. Assange sitzt seit mehr als sechs Jahren in der Londoner Botschaft Ecuadors fest.

Das lateinamerikanische Land hat dem Australier Assange Asyl gewährt und ihm inzwischen auch die ecuadorianische Staatsbürgerschaft verliehen. Dennoch kann der Mann nicht aus Großbritannien ausreisen. Die britische Polizei würde ihn bei Verlassen der Botschaft festnehmen und, so Assanges Befürchtung, an die USA ausliefern.

Allerdings ist er auch in der Botschaft selbst immer weniger willkommen. Der neue Präsident Ecuadors, Lenin Moreno, möchte gute Beziehungen nach Washington und erachtet Assanges Asyl als Ärgernis. Eine öffentliche Anklage gegen Assange könnte Ecuadors Regierung einen Vorwand geben, Assange hinauszuwerfen.

In Washington würden mehrere mögliche Anklagepunkte gegen Assange erörtert, schreibt die Zeitung. Zu den denkbaren Vorwürfen gehört die Veröffentlichung von Informationen, die die Nationale Sicherheit der USA betreffen. Auf Wikileaks waren Dokumente veröffentlicht worden, die das US-Vorgehen im Irak und in Afghanistan bloßgestellt haben.

US-Soldatin Chelsea Manning wurde in der Folge für die Weitergabe dieser Unterlagen an Wikileaks verurteilt. Von 35 Jahren Strafe musste sie sieben Jahre absitzen, bis der damalige US-Präsident Barack Obama den Rest der Strafe erließ.

2016 wurden auf der Enthüllungsplattform auch umfangreiche E-Mails der Demokratischen Partei veröffentlicht. Laut einer im Juli erfolgten Anklage hatten russische Spione die Partei gehackt, mit dem Ziel, durch die Veröffentlichung der internen Unterlagen die US-Wahlen vom November 2016 zu beeinflussen.

In der Anklageschrift vom Juli wird behauptet, Wikileaks habe die Russen um Übermittlung der Dokumente zur Veröffentlichung gebeten. Auch auf dieser Basis könnten die USA gegen Assange vorgehen. Offizielle Stellungnahmen erhielt die Zeitung weder von den USA noch von Ecuador. (ds)

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