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Update

USB-"Zerstörer" nun auch für Apple-Lightning- und USB-C-Geräte

Der als ESD-Testgerät beworbene USB Killer v3 speist Überspannung in die Datenleitungen von USB-, USB-C- und Lightning-Ports und lässt sich als übler Scherzartikel missbrauchen.

USB Killer v3

Für den USB Killer v3 gibt es Adapter für Apple Lightning, USB Typ C und Micro-USB.

(Bild: usbkill.com)

Das Funktionsprinzip des "USB Killer" ist simpel: Das Gerät in der Bauform eines USB-Sticks lädt mit Energie aus den USB-Stromversorgungsleitungen ähnlich wie ein Foto-Blitzgerät mehrere Kondensatoren auf. Anschließend erzeugt der USB Killer negative Spannungsimpulse mit über 200 Volt, die er in die Datenleitungen seines Wirtes feuert. Sind die Datenleitungen ungenügend geschützt, ist der betroffene Anschluss oder auch das ganze Gerät defekt.

Die aktuelle Version USB Kill V3 ist mit Adaptern für USB-Typ-C-Buchsen und die Lightning-Anschlüsse von iPhones und iPads erhältlich. Der Hersteller USBkill.com bezeichnet seine Produkte einerseits als Testgeräte zur Überprüfung von Schnittstellen und hat dafür sogar CE- und FCC-Zertifikate erarbeitet (siehe auch Update unten). Andererseits lässt sich der USB Killer v3 auch ohne Kennzeichnung oder Aufdrucke bestellen, die seine Funktion verraten könnten. Das zielt offensichtlich auf den Einsatz als Sabotagewerkzeug.

Man kann deshalb nur den alten Tipp in Erinnerung bringen, niemals fragwürdige Speichermedien oder andere Peripheriegeräte unbekannter Herkunft an Notebooks, PCs, Smartphones, Tablets anzuschließen.

[Update:] Das vom Hersteller zum Download bereitgestellte "Certificate of Conformity" für das Produkt "USB KILLER v2" hat nichts mit einer CE-Kennzeichnung des "USB Kill v3" zu tun. Fraglich ist schon, ob es überhaupt EU-Vorgaben gibt, die auf diese Produkte zutreffen. Abgesehen davon ist statt des "Certificate of Conformity" dabei auch eine EU-Konformitätserklärung in einer der Amtssprachen der EU wichtig.

Beispiel ESD-Schutz von zwei USB-2.0-Buchsen mit Nexperia IP4220CZ6.

(Bild: Nexperia)

Sorgfältig aufgebaute Computer und Smartphones mit externen Schnittstellen schützen diese Buchsen vor Spannungsspitzen, sogenannten Electrostatic Discharges (ESD). Denn auch menschliche Körper können sich an trockenen Tagen elektrostatisch auf hohe Spannungen aufladen, etwa beim Tragen von Woll- oder Fleecepullis. Diese Spannungen in Höhe mehrerer tausend Volt können sich dann über Anschlussbuchsen entladen, wenn man beispielsweise einen USB-Stick einsteckt.

Solche ESD-Impulse enthalten allerdings relativ wenig Energie, die Standard-Schutzschaltungen für USB-Ports etwa von Nexperia oder TI sicher ableiten können. Sie sind für normgerechten ESD-Schutz gedacht, den man mit Testgeräten wie dem EM Test Dito überprüfen kann. Der USB Killer versucht hingegen, mit energiereichen Pulsen auch ESD-Schutzschaltungen zu zerstören. (ciw)

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