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Uber-App blockiert Polizisten, um Strafen zu vermeiden

Anhand von Metadaten spürt Uber Polizisten und andere Beamte auf. Sie werden gezielt nicht bedient, um Strafen wegen illegalen Uber-Betriebs zu vermeiden. Über dieses "Greyballing" berichtet die New York Times.

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Warnschild "Polizeikontrolle"

(Bild: Dirk Vorderstraße CC BY 2.0)

Uber sammelt über seine App Metadaten von Mobiltelefonen, um daran Polizisten und andere Beamte zu erkennen, die gegen illegale Uber-Dienste vorgehen könnten. In jenen Städten, in denen Uber-Chauffeure ohne Genehmigung tätig sind, werden die Ordnungshüter dann nicht von Uber befördert. Dieses so genannte "Greyballing" soll Strafen und die Beschlagnahme von Fahrzeugen reduzieren. Dies berichtet die New York Times unter Berufung auf vier nicht namentlich genannte Insider.

Er steht im Regn und wårt auf'n Uber åber 's kummt net kummt net...

(Bild: George Eastman House (Ausschnitt))

Zu den ausgewerteten Metadaten gehören unter anderem Bewegungsmuster, Kreditkartennummern und Handy-Seriennummern. Uber stellte den Bericht gegenüber heise online nicht in Abrede. "[Das Greyball]-Programm lehnt Bestellungen von betrügerischen Nutzern ab, die unsere Geschäftsbedingungen verletzen", sagte ein Firmensprecher, "Ob das Personen sind, die unsere Fahrer körperlich attackieren wollen, oder Mitbewerber, die unseren Betrieb stören möchten, oder Gegner, die mit Beamten kollaborieren, um Fahrer in die Falle zu locken."

Ursprünglich soll Greyball zum Schutz der Uber-Chauffeure vor Mobattacken eingeführt worden sein. In verschiedenen Ländern haben Taxifirmen und deren Lenker Uber-Dienste angefordert, um dann mit Gewalt gegen die neue Konkurrenz vorzugehen. Anforderungen zu diesem scheußlichen Zweck sind natürlich gegen Ubers Geschäftsbedingungen. Laut Uber ist dieses Einsatzgebiet auch heute Hauptzweck des Greyballing.

Ubers Rechtsabteilung (nicht im Bild) soll das Greyballing genehmigt haben.

(Bild: dpa, Christoph Dernbach)

Die Metadaten taugen aber auch dazu, behördlichen Kontrollen aus dem Weg zu gehen. Als Gesetzeshüter Erkannte bekommen von der Uber-App bewusst falsche Informationen vorgesetzt. Entweder sehen sie auf der Straßenkarte Uber-Autos, die es nicht gibt, oder gar keine Fahrzeuge. Sollte doch einmal ein Chauffeur auf den Ruf eines Gesetzeshüters reagieren und damit in Gefahr laufen, in die Falle zu tappen, trachte Uber, den Auftrag zu stornieren.

Laut dem Bericht setzt das Greyball-Programm auf mehr als zehn Faktoren, um einschlägige Beamte auszumachen. Beispielsweise erkundet ein lokaler Manager, wo die Büros der zuständigen Beamten sind. Wird die App wiederholt im Umkreis dieser Gebäude aktiviert, landet das jeweilige Konto auf dem Index. Auch die hinterlegten Kreditkartennummern werden analysiert, weil sie verraten, von welchem Geldinstitut die Karte ausgegeben wurde. In den USA und anderen Ländern gibt es Geldinstitute, deren Dienste sich speziell an Polizisten richten.

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Vor Ort soll Uber ebenfalls Eifer an den Tag gelegt haben. Mitarbeiter hätten in lokalen Läden die IMEI-Nummern der billigsten Smartphones eruiert und diese Seriennummern auf den Index gesetzt. Die bestechende Idee dahinter: Behörden kaufen mehrere Handys, um darauf mehrere Uber-Konten anzulegen und dann damit Chauffeure zu überführen. Aus Budgetgründen kommen die billigsten Handys zum Einsatz. Zusätzlich dürften Uber-Mitarbeiter soziale Medien abgegrast haben, um sich über Neukunden in den brisanten Städten zu informieren.

Das Unternehmen habe diese und andere Methoden zur Vermeidung unwillkommener Behördenkontakte in einem Leitfaden gesammelt. Der sei an lokale Manager in mehr als einem Dutzend Ländern auf allen fünf besiedelten Kontinenten ausgegeben worden. Als Beispiele für Einsatzgebiete des Greyballing nennt die Zeitung neben den USA Australien, China, Frankreich, Italien und Südkorea. Der Begriff "Greyball" ist wohl ein Portmanteauwort, zusammengesetzt aus dem von der Spambekämpfung bekannten Greylisting und eyeballing, etwa "mit besonderem Interesse beäugen". (ds)

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