Menü

Uber & Co.: Taxifahrer protestieren gegen Anbieter von Mitfahr-Apps

Taxifahrer sehen ihr Geschäft durch Online-Dienste wie Uber bedroht und wollen sich bei einem europaweiten Aktionstag Gehör verschaffen. In Deutschland steht Berlin im Zentrum der Demonstrationen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 811 Beiträge
Von

Uber-App auf dem Smartphone: Die Vermittlung von privaten Fahrern, die Taxifahrten ersetzen, ist umstrittenh

Tausende europäische Taxifahrer wollen am Mittwoch gegen neue Konkurrenz aus dem Internet demonstrieren. Die Proteste sind in Städten wie Berlin und Hamburg, aber auch in London, Paris, Madrid und Mailand geplant. Zu einer Sternfahrt am Mittwochmittag in Berlin meldeten die Veranstalter bis zu 1000 Taxis an. "Das wird man auch merken im Straßenverkehr", sagte ein Polizeisprecher.

Die Taxifahrer sehen ihr Geschäft von Anbietern bedroht, die über Handy-Apps Fahrer vermitteln. Aus ihrer Sicht gibt es einen unfairen Wettbewerb, weil für die neuen Rivalen aus dem Internet die strikte Regulierung des Taxi-Gewerbes ausgehebelt sei. Ein rotes Tuch ist für sie vor allem die US-Firma Uber, die in rund 20 europäischen Städten aktiv ist. Vergangene Woche besorgte sich Uber 1,2 Milliarden Dollar frisches Geld von Investoren, das Unternehmen aus San Francisco wurde dabei insgesamt mit 17 Milliarden Dollar bewertet.

Kleinere Proteste als in Berlin sind nach Angaben des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands in Hamburg, Köln und München geplant. In London wollen Tausende Taxifahrer langsam durch das Zentrum fahren, die Veranstalter erwarten 10.000 bis 12.000 Teilnehmer. In Mailand wird mit rund 5000 streikenden Fahrern gerechnet, auch in Madrid sind tausende Taxifahrer zum Streik aufgerufen. In Paris wollen rund 3000 Fahrer die Flughäfen Orly und Charles de Gaulle blockieren. Proteste sind auch in Lissabon, Sao Paolo und Chicago geplant. Vor allem in London und Paris hatte es bereits mehrfach Proteste von Taxifahrern gegen die neuen Wettbewerber gegeben.

Private Fahrer seien oft nicht für die Beförderung versichert, absolvierten keine regelmäßigen Gesundheitschecks, ihre Ausbildung und der technische Zustand des Autos würden nicht geprüft, kritisierte der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands BZP, Michael Müller, zum Aktionstag. Uber entgegnet stets, man überprüfe die Fahrer und sorge für die Sicherheit der Fahrgäste.

Uber musste in Europa bereits Rückschläge hinnehmen. In Brüssel wurde Uber der Betrieb untersagt, in Frankreich gibt es Einschränkungen. In Berlin erwirkte ein Taxifahrer im Frühjahr eine einstweilige Verfügung gegen Uber, vollstreckte sie jedoch unter Hinweis auf wirtschaftliche Risiken nicht. (jk)