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Uber Freight: Uber startet Plattform zur Frachtvermittlung in Deutschland

Leerfahrten von Lkw könnten mit Uber Freight künftig ein Ende haben. Dazu arbeitet Uber eng mit Speditionen zusammen.

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(Bild: Uber)

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Der Fahrdienstvermittler Uber bietet seit Mittwoch seinen Frachtvermittlungsdienst Uber Freight auch in Deutschland an. Künftig können sich Unternehmen, die eine Fracht transportieren wollen, an Uber Freight wenden. Uber Freight vermittelt dann online über die Uber-Freight-App freie Kapazitäten von Transportfirmen. Die Frachtvermittlung soll dadurch schnell und effizient geschehen und Leerfahrten bei Transportunternehmen reduzieren.

Uber Freight verspricht Unternehmen freie Transportkapazitäten in gewünschtem Umfang per Knopfdruck online buchen zu können. Dazu arbeite Uber Freight mit einem "umfassenden Netzwerk" zuverlässiger Spediteure zusammen. Die Lieferkette könne dabei in Echtzeit verfolgt werden. Transportunternehmen erhalten Vorabpreise von Uber Freight. Zudem würde eine schnelle Bezahlung erfolgen, teilte Uber zum Deutschlandstart mit.

Uber sieht in dem Frachtvermittlungsdienst ein hohes Potenzial für die Zukunft. Die deutsche Industrie fordere Lösungsansätze für die Behebung logistischer Engpässe, denen man mit Uber Freight begegnen wolle. Rund 21 Prozent der gefahrenen Frachtkilometer seien Leerfahrten, die man mit Uber Freight effizient zum Warentransport nutzen könnte, heißt es bei Uber.

Dazu komme das Problem des Fahrermangels bei deutschen Speditionen. Daniel Buczkowski, verantwortlich für die Europa-Expansion von Uber Freight, sagte in einem Interview der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ), dass allein in Deutschland rund 40.000 Fahrer fehlen würden, in 2028 sollen es sogar 128.000 sein. Es geschehe nicht genug, um den Fahrer-Beruf attraktiv zu machen. Um daraus resultierenden Engpässen vorzubeugen, müssten deshalb die vorhandenen Kapazitäten besser genutzt werden. Das solle bei Uber Freight zunächst im Inlandstransportverkehr geschehen. Später werde man auch Rückladungen im grenzüberschreitenden Verkehr anbieten, wie es bereits bei Uber Freight in den Niederlanden der Fall ist. Dort war der Transportvermittlungsdienst nach den USA im März 2019 erstmals in Europa eingeführt worden.

Nach Angaben von Uber würden in Deutschland rund 90 Prozent der Transportkapazitäten von kleineren und mittleren Transportunternehmen bestritten. Diese hätten allerdings Schwierigkeiten, im internationalen Frachtmarkt wahrgenommen zu werden. Der On-Demand-Marktplatz von Uber biete diesen Spediteuren die Möglichkeit, am Markt teilzunehmen.

Doch damit das alles klappt, muss sich Uber Freight erstmal gegen die alteingesessene Konkurrenz durchsetzen. Besonders Frachtbörsen wie beispielsweise dem Schwergewicht Timocom muss Uber Freight erstmal etwas entgegensetzen. Das könnten die einfachere Vermittlung und Buchung sein und wohl auch niedrigere Preise. Ein ähnliches Modell wie Uber Freight bietet neben anderen die Online-Plattform Cargonexx an. Wie Uber Freight vermittelt sie Frachtkapazitäten zwischen Unternehmen und Transportfirmen online, um Leerfahrten zu vermeiden.

Das Video vermittelt einen Eindruck von Uber Freight in den USA. Dort sind im Gegensatz zu Deutschland viele Fahrer eigene Unternehmer und nicht bei Speditionen angestellt. (Video: Uber)

Unklar ist derzeit noch, ob Uber Freight für kleinere und mittlere Speditionsbetriebe ein Fluch oder ein Segen ist, sie mehr profitieren oder eher verlieren. Da sich der Frachtmarkt in den USA und in den Niederlanden von dem deutschen Markt unterscheidet und damit Vergleiche schwierig sind, lassen sich die Auswirkungen auf den deutschen Transportmarkt nur schwer einschätzen. Fest steht dagegen, das Uber in weitere Länder expandieren will. Welche das genau sind, wollte das Unternehmen jedoch zunächst nicht verraten. (olb)