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Ubers Investoren machen Druck: Uber-Chef Kalanick muss Posten komplett aufgeben

Wichtige Anteilseigener des Fahrdienst hatten einen vollständigen Rückzug des Uber-Gründers gefordert, um einen Neuanfang möglich zu machen. Derweil versucht Uber, seinen Fahrern entgegenzukommen.

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Uber

Eine Uber-Filiale in San Francisco. Das Unternehmen steht wegen seiner Praktiken immer wieder in der Kritik.

(Bild: dpa, Christoph Dernbach)

Uber-Chef Travis Kalanick hat laut einem Zeitungsbericht unter massivem Druck von Investoren die Spitzenposition bei dem Fahrdienst-Vermittler aufgegeben. Der Mitgründer wolle aber weiterhin im Verwaltungsrat bleiben, berichtete die New York Times unter Berufung auf informierte Personen. Zuvor hätten fünf führende Anteilseigner von Uber einen sofortigen Rückzug Kalanicks für einen Neuanfang gefordert. Eine Bestätigung von Uber war zunächst nicht zu bekommen.

Kalanick hatte vergangene Woche eine unbefristete Auszeit genommen, nachdem im Zuge einer Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung bei Uber massive Veränderungen beschlossen wurden, die seine Vollmachten beschneiden sollten. Er trauert derzeit um seine bei einem Bootsunfall getötete Mutter.

Noch-Chef von Uber: Travis Kalanick

Der langjährige Firmenchef, der die umstrittene Unternehmenskultur und die aggressive internationale Expansion geprägt hat, betonte bisher, dass er die Führungsrolle behalten und als besserer Manager und Mensch aus der Auszeit zurückkehren wolle.

Derweil macht Uber weiter Zugeständnisse an seine Fahrer: In der App werden erstmals Trinkgelder vorgesehen. Die Neuerung wurde am Dienstag zunächst in Houston, Seattle und Minneapolis eingeführt und soll bis Ende Juli in jeder US-Stadt verfügbar sein.

Zwar konnte man als Fahrgast schon immer seinem Uber-Fahrer Geld am Ende der Fahrt zustecken – aber als offizielle Option in der App war es im Gegensatz zum Rivalen Lyft oder Taxis nicht vorgesehen. Fahrer forderten dies, aber Kalanick galt als Gegner eines solchen Schritts.

Uber versucht, das Verhältnis zu den Fahrern zu verbessern, unter anderem nachdem herauskam, dass sie in New York systematisch einen zu geringen Anteil vom Fahrpreis bekommen hatten.

[Update 21.06.2017 08:42]:

"Ich liebe Uber mehr als alles andere auf der Welt und in diesem schwierigen Moment in meinem persönlichen Leben habe ich die Forderung der Investoren akzeptiert, beiseite zu treten, damit Uber wieder zum Aufbauen zurückkehren kann, statt durch einen weiteren Kampf abgelenkt zu werden", zitierte die New York Times aus einer bisher nicht veröffentlichten Erklärung Kalanicks. Laut dem Techblog ReCode hat Uber den Rücktritt Kalanicks mittlerweile bestätigt, eine öffentliche Erklärung steht aber noch aus.

Die Rücktrittsforderung an Kalanick kam von den Investmentfirmen Benchmark, First Round Capital, Lowercase Capital, Menlo Ventures und Fidelity Investments. Uber nahm Milliarden bei Investoren ein und war bei diesen Geldspritzen laut Medienberichten mit bis zu 69 Milliarden Dollar bewertet worden - ein Rekord für ein Start-up.

[Update 21.06.2017 12:19]:

Uber bestätigte am Mittwoch die Berichte über den Rückzug von Kalanick vom Posten des Firmenchefs. Er werde aber Mitglied im Verwaltungsrat bleiben. (jk)