Ubisoft erwartet wachsendes Weihnachtsgeschäft

Keine Krise in der Spielebranche: Publisher Ubisoft rechnet nach Umsatzsteigerung in der ersten Jahreshälfte mit einem starken Weihnachtsgeschäft und setzt dabei auf Casual Gaming und Konsolentitel.

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Von
  • Volker Briegleb

Der Spiele-Publisher Ubisoft hat im abgelaufenen zweiten Quartal seines Geschäftsjahres den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent auf 175 Millionen Euro gesteigert, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend nach Börsenschluss mit. Ausgehend von diesen Zahlen ist auch mit einer Steigerung des operativen Ergebnisses zu rechnen. Die über den Erwartungen liegende Umsatzsteigerung schreibt der Publisher dem Erfolg der neuen Konsolentitel "Brothers in Arms: Hell's Highway" und "SoulCalibur IV" sowie der Casual-Games-Sparte zu. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen einen Umsatz von 127 Millionen Euro gemeldet.

Ubisoft macht seine Geschäfte zunehmend in Europa und mit Konsolentiteln. 65 Prozent der Umsätze macht Ubisoft auf dem alten Kontinent, neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die USA trugen 29 Prozent zum Umsatz bei, vor einem Jahr waren das noch 36 Prozent. Bei den Plattformen setzt Ubisoft klar auf Konsolen und das Casual Gaming. Den Löwenanteil der Umsätze (39 Prozent) macht das Unternehmen mit der Nintendo DS, im Vorjahr lag der DS-Anteil noch bei 23 Prozent. Weniger stark wuchs der Anteil der großen Konsolen Xbox360 (plus 6 Punkte auf 20 Prozent), PS3 (plus 2 Punkte auf 20 Prozent) und Wii (plus 3 Punkte auf 11 Prozent).

Großer Verlierer unter den Plattformen ist der PC. Der Anteil des Heimcomputers am Umsatz sackte im Jahresvergleich von 18 Prozent auf nur noch 6 Prozent ab. Auch das für dieses Quartal angekündigte "EndWar" wird zunächst nicht in einer PC-Fassung erscheinen. Ubisoft macht illegale Kopien der PC-Titel, die auch dem Umsatz der Konsolenversionen schaden, für das Schicksal der Plattform verantwortlich. "Piraterie killt den PC", sagte Michael de Plater von Ubisoft Shanghai dem Branchendienst videogaming247.

Ubisoft-Chef Yves Guillemot ist dennoch zuversichtlich, dass die Spielebranche weiter wachsen werde und sein Unternehmen weitere Marktanteile gewinnen könne. Im laufenden dritten Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft rechnet der Publisher mit einem Umsatz von etwa einer halben Milliarde Euro. Im Quartal erscheinen neue Titel wie "Far Cry 2", "Prince of Persia" oder "Shaun White". Für das Gesamtjahr erhöhte Ubisoft die Umsatzerwartung leicht von 1,02 auf 1,05 Milliarden Euro. Der Veröffentlichungstermin des angekündigten Anno 1404 wurde ins kommende Geschäftsjahr verschoben – also nach März 2009. (vbr)