Ubisoft kauft Berliner Studio Kolibri Games

Ubisoft hat 75 Prozent am Berliner Spieleentwickler Kolibri Games übernommen. Damit stärkt Ubisoft sein Portfolio an "Idle Games".

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(Bild: Kolibri Games)

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Der Berliner Handyspielentwickler Kolibri Games gehört nun zu 75 Prozent zu Ubisoft. Das teilte der französische Publisher mit. Die Anteile hat sich Ubisoft zum 31. Januar gesichert, auf Wunsch kann Ubisoft sie in den kommenden vier Jahren auf hundert Prozent steigern. Über die finanziellen Details schweigen sich die Unternehmen aus.

Kolibri Games ist ein Studio mit etwa 100 Mitarbeitern, das zwei sogenannte Idle Games entwickelt: Idle Miner Tycoon und Idle Factory Tycoon. Dabei handelt es sich um Spiele mit einem niedrigen Interaktionsgrad, die sich fast von selbst spielen. Solche Titel sind beliebt. Idle Miner Tycoon wurde laut Ubisoft seit Release 2016 über 100 Millionen Mal heruntergeladen. Das Spiel ist kostenlos spielbar und finanziert sich über Werbung sowie Ingame-Käufe. Im Sommer 2019 hatte Ubisoft bereits Anteile am französischen Handyspiel-Entwickler Green Panda Games übernommen, außerdem gehört Ketchapp zu Ubisoft.

Das Branchenmagazin Gameswirtschaft berichtet, dass Ubisoft mit der Übernahme von Kolibri Games zum zweitgrößten Arbeitgeber der Spielebranche in Deutschland avanciert. Demnach schafft nur Nintendo mehr Arbeitsplätze in Deutschland.

Ubisoft betreibt drei große Studios in Deutschland: Die Mainzer Abteilung des ehemaligen BlueByte heißt mittlerweile Ubisoft Mainz, die Düsseldorfer Sparte wurde in Ubisoft Düsseldorf umbenannt. 2017 eröffnete Ubisoft außerdem ein Studio in Berlin.

Im internationalen Vergleich hinkt die Gamesbranche in Deutschland hinterher, weniger als 5 Prozent der Gesamtumsätze in Deutschland fallen auf deutsche Spielefirmen. Gerade im Bereich der aufwendigen Blockbuster-Spiele ist Deutschland kaum konkurrenzfähig, am meisten Erfolg haben deutsche Entwickler von Browser-Games. Um die Rahmenverbesserung für Entwickler in Deutschland zu verbessern, hat die Bundesregierung die Spieleförderung ins Leben gerufen, die jedes Jahr bis zu 50 Millionen Euro in Spieleentwicklung investieren soll. (dahe)