Menü
Update

Ubuntu 12.04: HUD statt Menüs

vorlesen Drucken Kommentare lesen 51 Beiträge

HUD am Beispiel Inkscape

(Bild: Blog von Mark Shuttleworth )

In einem Blog-Posting hat Ubuntu-Sponsor Mark Shuttleworth ein neues GUI-Element vorgestellt: HUD – kurz für Head-Up Display – soll die traditionellen Anwendungsmenüs zunächst ergänzen, später vielleicht sogar ganz ersetzen. Bei einem Druck auf die Alt-Taste erscheint ein Eingabefeld, in dem man einfach eintippt, was man machen möchte – HUD sucht dann nach den passenden Menübefehlen und schlägt sie zur Auswahl vor.

Ein Video zeigt, wie es sich mit HUD arbeitet:

HUD soll das traditionelle Menü ergänzen und später womöglich ersetzen.

Derzeit besteht HUD vor allem aus einer Suchfunktion, die die Menüeinträge von Gtk- und Qt-Anwendungen (also auch allen Gnome- und KDE-Anwendungen) durchforstet. Zudem soll HUD lernen, was der Anwender am häufigsten auswählt, und sich so weit dem User anpassen, dass das System meist die richtige Aktion vorschlägt. Auch eine Sprachsteuerung soll sich mit HUD relativ einfach implementieren lassen – das ist aber noch Zukunftsmusik.

In seinem derzeitigen Zustand, so Shuttleworth, ist HUD eine effiziente Lösung für die eine wesentliche Funktion von Menüs: das gezielte Auslösen einer Anwendungsfunktion, die der User bereits kennt. Hier soll HUD Vorteile bieten, da es das umständliche Navigieren mit der Maus ebenso erspart wie die Suche nach dem richtigen Menü (finden sich die Einstellungen unter Bearbeiten, Werkzeuge oder Extras?). Die zweite Funktion von Menüs – einen Überblick über alle vorhandenen Funktionen einer Anwendung zu geben – kann HUD noch nicht leisten, doch auch daran wollen die Ubuntu-Entwickler arbeiten. Sobald hier eine gute Lösung gefunden ist, könnten die Anwendungsmenüs komplett verschwinden – zumindest, wenn es nach Shuttleworth geht.

[Update]

Ted Gould gibt einen Überblick, wie HUD technisch funktioniert. HUD verwendet den gleichen Mechanismus, über den Ubuntu 11.10 das Menü der aktiven Anwendung im Panel am oberen Bildschirmrand anzeigt – die Suche erfolgt also in lokalisierten Menüs. Die Suchfunktion ist tolerant gegenüber Vertippern; eine Datenbank speichert, welche Menüeinträge der Anwender auswählt, um diese bevorzugt anzubieten. (odi)